Anzeigen

IKK classic
Banner-FM300x160.png
CH-Banner-Werbung

"Ziviler Ungehorsam rechtfertigt keine Straftaten" - OLG bekräftigt Urteil gegen "Klimaaktivsten"


Foto: Peter Müller

CELLE. Ein #Klimaaktivist hatte im Sommer 2021 die #Fassade des Zentralgebäudes der Universität in Lüneburg mit #Wandfarbe verunstaltet, um auf den #Klimawandel aufmerksam zu machen und zum sofortigem Handeln zu appellieren. Hierdurch entstand ein #Sachschaden in Höhe von mehr als 10.000 €. Das Amtsgericht #Lüneburg hatte den #Angeklagten deshalb der #Sachbeschädigung in zwei Fällen für schuldig befunden und eine Gesamtgeldstrafe von 100 Tagessätzen – mithin mehr als drei Netto-Monatseinkommen – vorbehalten.

Diese #Verurteilung hat der 2. Strafsenat des #Oberlandesgerichts Celle bereits Ende Juli bestätigt - das teilt das #OLG heute mit.


Das OLG teilt dazu mit, unzensiert und unkommentiert:


Die Sachbeschädigung war nicht aufgrund eines Notstands nach § 34 des Strafgesetzbuchs (StGB) gerechtfertigt. Es handele sich um eine Symboltat, die keinen unmittelbaren Einfluss auf den Klimawandel habe. Darüber hinaus sei nicht ersichtlich, dass die Gefahr eines Klimawandels nicht anders als durch die Begehung von Straftaten abgewendet werden könnte.

Die Beschädigung des Universitätsgebäudes ist darüber hinaus auch nicht durch „zivilen Ungehorsam“ gerechtfertigt. Niemand sei berechtigt, in die Rechte anderer einzugreifen, um auf diese Weise die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu erregen und eigenen Auffassungen Geltung zu verschaffen. Wer auf den politischen Meinungsbildungsprozess einwirken möchte, könne dies in Wahrnehmung seiner Grundrechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit, seines Petitionsrechts und seines Rechts auf Bildung politischer Parteien tun, nicht aber durch die Begehung von Straftaten. Würde die Rechtsordnung einen Rechtfertigungsgrund akzeptieren, der allein auf der Überzeugung des Handelnden von der Überlegenheit seiner eigenen Ansicht beruhte, liefe dies auf eine grundsätzliche Legalisierung von Straftaten zur Erreichung politischer Ziele hinaus.

Der Beschluss des Senats ist rechtskräftig. Die Entscheidung ist in anonymisierter Form in Kürze in der Niedersächsischen Rechtsprechungsdatenbank abrufbar (http://www.rechtsprechung.niedersachsen.juris.de/jportal/portal/page/bsndprod.psml).

822 Ansichten

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Kommentare

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Ob kleine Geschichten aus der Region oder exklusive TV-Interviews mit nationaler Prominenz, ob Live-Streams oder Pläne im Original - mit diesem Konzept bundesweit Vorreiter, auch auf allen wichtigen sozialen Kanälen mit der höchsten Reichweite der Region und "echten Followern“ statt gekaufter.

 

Wir beleuchten alle Seiten und decken auf, was andere nicht veröffentlicht haben möchten, anstelle dem Trend zur "Hofberichterstattung“ zu folgen. Das alles kostenlos, dank engagierter Medienpartner, unzensiert seit 2010.

 

Wollen auch Sie unabhängigen Journalismus unterstützen? Ihre Patenschaft, ob einmalig, monatlich oder jährlich, sichert unsere Neutralität und Ihre Information.