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"Von Traurigkeit zu Depression" - AKH-Experten geben Rat in der dunklen Jahreszeit


Foto: Photographee.eu / stock.adobe.com


CELLE. Die kurzen und dunklen Tage sind da - gerade viele ältere Menschen fühlen sich in dieser Jahreszeit lustloser, inaktiver und öfters auch trauriger als im übrigen Jahr. Dr. med. Mimoun Azizi, Chefarzt Geriatrie und Neurogeriatrie am AKH, und Susanne Boge, Diplom-Psychologin in der Geriatrie und Neurogeriatrie, kennen diese Symptome aus ihrer täglichen Arbeit. „Manch einer fragt sich dann, ob man nun #depressiv werde – aber nicht jedes Gefühl von #Traurigkeit ist immer auch eine Depression“, sagt Dr. Azizi. Und es gebe wirksame #Strategien, um diese Gefühlszustände bzw. Erkrankungen positiv zu beeinflussen.

„Es empfiehlt sich auf jeden Fall bei innerer Unruhe, Schlafstörungen, ausgeprägter Müdigkeit über den gesamten Tag einen Arzt aufzusuchen, denn hinter diesen Symptomen können sich ernsthafte Erkrankungen verbergen wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder auch ein signifikanter Mangel an Vitamin D“, erklärt der Chefarzt. „Zudem sollte man solche Symptome wie Traurigkeit, innere Leere, Freudlosigkeit, Lustlosigkeit oder Kraftlosigkeit, die ebenfalls auf eine #Depression hindeuten können, sehr früh mit dem Hausarzt besprechen, damit rechtzeitig mit einer adäquaten Behandlung begonnen werden kann.“

Denn gerade in diesem Bereich gilt der Grundsatz: Je länger man wartet, desto eher kann es zu einer sogenannten Chronifizierung eben dieser Symptome kommen – die negativen Gefühle gehen nicht mehr weg. „Depressionen sind meistens gut behandelbar. Es müssen nicht immer Medikamente sein. Bewegung, Ernährung, Geselligkeit, Freundeskreis und Familie können auch oftmals sehr hilfreich sein“, sagt Dr. #Azizi. „Bewegung, Geselligkeit und gesunde Ernährung setzen wichtige Botenstoffe wie Serotonin, Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin frei, die gegen depressive Erkrankungen vorbeugen oder bei bestehender depressiver Erkrankung sehr hilfreich sein können.“ Auch die Einnahme von Vitamin D kann, gerade in der dunklen Jahreszeit, die Symptome lindern.

Insbesondere den November empfinden vor allem auch viele ältere Menschen als einen Monat, in dem es nicht leicht ist, Freude zu empfinden oder aufrecht zu erhalten. Es gibt in unseren Breitengraden tagsüber weniger helle Stunden – offizielle Feiertage drehen sich um Tod und Verlust. Dipl.-Psychologin #Boge hat täglich mit Menschen mit aktueller Traurigkeit bis hin zu anhaltenden depressiven Episoden zu tun.

„Das Gedenken an die Toten sollte auch immer die Lebenden an das Leben erinnern,“ erklärt die Expertin. „Viele Menschen haben in ihrem Leben schon geliebte Menschen verloren. Trauern heißt dabei nicht nur Gedenken an die Verstorbenen, sondern auch, sich selbst um den Verlust eines geliebten Menschen zu bedauern. Dieser Trauer einen zu großen Zeitraum und zu viel Zeit im Alltag einzuräumen, hindert die Menschen daran, sich mit sich und einer guten Gestaltung ihres Lebens auseinanderzusetzen. Wenn das länger als ein Jahr andauert, dann ist das für die Psyche ungesund.“

Aus ihren vielen Einzelgesprächen konnte sie zwei verschiedene Arten der Trauernden entdecken: Die einen, die so viel Traurigkeit empfinden, dass sie vergessen haben, was Leben bedeutet. Und die anderen, die trotz aller Traurigkeit verstanden haben, dass genau diese Aufs und Abs das Leben sind. „Von den Hochbetagten können wir alle dabei etwas Wichtiges lernen“, weiß Boge, die mit diesen Menschen in der Klinik für Geriatrie und Neurogeriatrie arbeitet. „Das, was zufriedene ältere Menschen von unzufriedenen unterscheidet, ist vor allem das Gefühl der Dankbarkeit. Wer gelernt hat, für das, was man im Leben hat oder erleben durfte, dankbar zu sein, ist sehr viel zufriedener mit seinem – auch manchmal sehr schwierigem – Leben als die Menschen, die auf ihre Verluste oder auf das, was ihnen fehlt, zu schauen“, erklärt Boge.

Gerade für die dunkle Jahreszeit empfehlen Boge und Dr. Azizi deshalb: „Nehmen Sie sich Zeit, ganz bewusst das eigene Leben anzusehen und gedanklich zusammenzutragen, für was man dankbar sein kann. Es empfiehlt sich, das immer mal wieder zu wiederholen. Denn das Gefühl der Dankbarkeit kann trainiert werden“, so die beiden Experten. „Wenn man traurig ist und sich jeden Tag die Zeit nimmt, darüber nachzudenken, für was man heute eigentlich dankbar sein könnte, fällt sicherlich jedem etwas ein“.

Eine weitere Übung in diesem Zusammenhang: Nicht immer spontan über eine negative Sache klagen. „Viel wichtiger ist es, sich immer darin zu üben, von den guten Dingen, über die man nachgedacht hat oder die einem selbst passiert sind, auch den anderen zu erzählen“, erklären Azizi und Boge. „Denn wie sagt der Volksmund: Geteilte Freude ist doppelte Freude.“

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