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Täglich kommunizierte Inzidenz laut Gesundheitsministierum "keine große Aussagekraft"

Aktualisiert: 5. Sept.


Foto: terovesalainen / stock.adobe.com

HANNOVER/CELLE. Seit Monaten verweisen Gesundheitsämter und -ministerien darauf, dass Inzidenzen als Grundlage für weitere Corona-Maßnahmen nicht ausreichen. Vielmehr sei die Hospitalisierungsrate ausschlaggebend. Auf Nachfrage von CELLEHEUTE bestätigte das auch das Niedersächsische Gesundheitsministerium. Das bestätigte bereits Mitte Juni der Leiter des Gesundheitsamtes des Landkreises Celle. Dennoch verbreiten weiterhin Medien und Gesundheitspolitiker täglich ausschließlich diese Zahlen, fördern damit Angst und Unsicherheit von Menschen, die aufgrund der Fülle an teils widersprüchlichen Nachrichten nicht in der Lage sind, sich sachlich und seriös zu informieren - warum ist das so? Eindeutige Antworten auf klare Fragen nach unserem Bericht bleiben weiterhin offen.

Weiterhin werden allein aufgrund der Inzidenzen Verlängerungen von Corona-Maßnahmen begründet und für den Herbst düstere Prognosen veröffentlicht, man wolle "auf ungünstige Szenarien vorbereitet sein", nicht nur von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach oder Ministerpräsident Stephan Weil. Ein Experten-Gremium sollte Aufschluss darüber geben, ob die Maßnahmen überhaupt sinnvoll waren - außer der "Erkenntnis", dass Masken im Inneren "offenbar sinnvoll, aber FFP2-Masken nicht besser sind", ist man genau so schlau wie vorher. Dabei belassen es Politik und Medien dabei, zur Kenntnis zu nehmen, dass dieser Ausschuss zu wenig Zeit und Personal kritisierte.


Warum fragt niemand, wie es dazu kommen konnte?

Niemand fragt nach, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass zu wenig Personal und Zeit vorhanden war. Es geht hier immerhin nicht allein um einen Virus, sondern um Grundrechte, gesellschaftliche Spaltungen, Zunahme anderer Krankheiten, Depressionen und Gewichtszunahme bei Kindern, verschobene Operationen - mit dadurch geförderten Langzeitfolgen bis hin zum Tod, Ruinieren ganzer Wirtschaftszweige, Denunziationen, Inflation (der Ukraine-Krieg kann nicht für das gesamte Versagen herhalten) - von den immer noch nicht evaluierten Zahlen von Impf-Nebenwirkungen ganz zu schweigen und vielem mehr.


CELLEHEUTE fragte am 22.6.2022 die Gesundheitsministerien von Bund und Land Niedersachsen und das Robert-Koch-Institut. Das RKI kann seit der KW 16 erneut die Impfstatus von Patienen auf Intensivstationen nicht bereitstellen. 1. Warum nicht? 2. Warum wiederholt dann, wenn Geimpfte höhere Inzidenzen aufweisen als Ungeimpfte? 3. Liegen Ihnen oder den Gesundheitsämtern die Inzidenzen differenziert nach Impfstatus und Altersgruppen vor?


  • Auf welcher Grundlage kommen Sie zur wiederholten Einschätzung, dass die Impfung für alle, und vor allem "für alle Kinder sinnvoll“ sei? Die Zahlen auf Intensivstationen schwanken seit Wochen zwischen 0 und 2. Dabei wird der Impfstatus ebenfalls nicht mitgeteilt. Das Risiko allein für die schwerwiegende Nebenwirkung einer Myokarditis nach Impfung beträgt laut PEI für Kinder und Jugendliche 0,0034%.

  • Die Sterberate (CFR) liegt derzeit über alle Altersgruppen hinweg auf dem Niveau der mildesten Grippe (0,11%) der vergangenen 15 Jahre (2011/2012). Für die Gruppe der 5- bis 14-Jährigen liegt sie für die gesamte Pandemie bei 0,0008% - ohne Berücksichtigung von Vorerkrankungen und ob „mit oder an oder wegen“ Corona gestorben. Das Sterberisiko nach Impfung beträgt nach den Daten des Paul-Ehrlich-Instituts bis 31.3.22 etwa 0,009% über alle Altersklassen.

Wie begründen Sie mit Wissen dieser Daten die nahezu täglichen Warnungen und Verlängerungen der Corona-Maßnahmen?


- Übergewicht ist nach den bisherigen Erhebungen einer der wichtigsten, wenn nicht der wichtigste Risikofaktor für schwere Covid-19-Erkrankungen. Liegen Ihnen Daten zum BMI der Intensivpatienten in Kliniken bzw. der Verstorbenen vor? Wie bewerten Sie vor diesem Hintergrund, dass durch die Corona-Maßnahmen das Übergewicht bei allen, vor allem bei Kindern, erheblich zugenommen hat?


- Allgemein: Warum werden noch immer Inzidenzen hervorgehoben und für Maßnahmen begründet, obwohl Sie bereits im vergangenen Jahr die Hospitalisierungsrate als Grundlage für Maßnahmen nutzen wollten?





Das RKI antwortete am 23.6. auf eine Frage wie folgt, unzensiert: "Ein umfassender Bericht zur Impfeffektivität (inkl. neuer Daten zu den von Ihnen genannten Inzidenzen) soll demnächst erscheinen, ein genaues Datum steht noch nicht fest. Geplant ist auch, dass anschließend weitere Berichte in größeren Intervallen erfolgen."

Das Niedersächsische Gesundheitsministerium antwortete auf einige Fragen am 28.6.2022, unzensiert: Die Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zur Übersterblichkeit in Deutschland machen deutlich, dass die Sterbefallzahlen im Vergleich zum Mittelwert der vergangenen vier Jahre bei 24 Prozent lag – und das trotz ausbleibender Grippewelle. Im März 2022 zeichnete sich eine Übersterblichkeit von 6% für Gesamtdeutschland ab. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/04/PD22_163_126.html?nn=209016


Mit Blick auf die 7-Tage-Inzidenz ist bereits seit mehreren Wochen bekannt und kommuniziert, dass die täglich ausgewiesenen Werte für sich betrachtet keine große Aussagekraft mehr haben. Die Hospitalisierungsinzidenz gibt weiterhin wichtige Hinweise zur Arbeitsbelastung in den Krankenhäusern. Die Berechnung der Auslastung der Intensivkapazitäten mit COVID-Patientinnen und -Patienten ist der Wert, der uns den besten Überblick über die schwere der COVID-Krankheitsverläufe gibt.


Im Hinblick auf Maßnahmen wird auch für den Herbst/Winter weiterhin die Vermeidung einer Überlastung des Gesundheitssystems im Mittelpunkt stehen und damit auch die Frage, welche Coronavirus-Varianten mit welchen Eigenschaften (Schwere der Krankheitsverläufe) das Infektionsgeschehen bestimmen werden.


Das Bundes-Gesundheitsministerium antwortete nicht - wir haben es an seine Auskunftspflicht erinnert und die Fragen s.o. ergänzt, auch wenn einige wenige wegen solcher Fragen als "Corona-Leugner" abstempeln und damit Opfer verhöhnen und die mutmaßliche Gefahr, die unbestritten von jedem Virus ausgeht, nicht ernst nehmen. Wir recherchieren für jene, die zumindest auf der Suche nach Antworten bleiben und sich eine eigene Meinung bilden möchten, anstelle sie vorgekaut zu bekommen.

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