Stunde der Gartenvögel: Meldungen noch bis 23. Mai möglich


Amseljunge
Amseljunge. Foto: Sabine Teufl / NABU

CELLE. So spannend wie noch nie stellt sich laut dem NABU die bundesweite Vogelzählung, die „Stunde der Gartenvögel“, in der Region Heide-Wendland dar. Sie fand am vergangenen Wochenende statt. „Nach dem vorläufigen Ergebnis gab es sogar Änderungen im Spitzenfeld“, berichtet Andrea Pohlen, Leiterin der NABU-Regionalgeschäftsstelle Heide-Wendland in Celle. „Wir sind äußerst gespannt, wie sich die Ergebnissituation noch entwickeln wird, denn bis zum 23. Mai ist es noch möglich, Zählergebnisse nachzumelden.“


Der unangefochtene Spitzenreiter in der Region wie auch in Niedersachsen, ist der Haussperling, der in allen vier Landkreisen der Regionalgeschäftsstelle noch leicht zulegen konnte. Hier werde deutlich, dass der Spatz im ländlicheren Raum, in Dörfern und an Stadträndern häufiger vorkommt als in Innenstädten – vermutlich als Folge von Flächenversiegelungen, Nahrungsmangel und dem Verschwinden von Altbauten, unter deren Dächern sie Einschlüpfe fanden, so Pohlen. Den zweiten Platz auf dem gegenwärtigen Siegerpodest sichert sich, wie auch im vorigen Jahr, die Amsel. Platz drei übernimmt erstmalig der Star, der im vergangenen Jahr noch Platz fünf belegte. Dies ist aus NABU-Sicht eine erfreuliche Überraschung, weil dessen Bestände seit Jahren infolge des Verschwindens von Wiesen und Weiden, in denen er seine Nahrung, (Insektenlarven an Gräserwurzeln) findet, rückläufig seien. Den vierten Platz wird vermutlich die Kohlmeise belegen, anders als im Bundesdurchschnitt, wo sie die „Bronzemedaille“ trägt. Eine Chance auf den fünften Platz haben sowohl Feldsperling, der durch Verluste dann das zweite Jahr in Folge einen Platz absteigt, als auch Blaumeise, die es dann nach langer Zeit wieder unter die Top Fünf schafft.


Besonders auffällig an den bislang eingegangenen Zählergebnissen sind laut Mitteilung der NABU-Geschäftsstelle in Celle die Zahlen für Mauersegler. „Das liegt sicher auch an der stabilen Hochdruckwetterlage mit schönem Wetter, die eine Beobachtung dieser Tiere leichter machte, denn dann sind auch Insekten, die von ihnen gejagt werden, vermehrt in der Luft“, vermutet Pohlen. Beim Mauersegler mache sich dies mit einem Plus von satten 33 Prozent gegenüber den Vorjahresbeobachtungen in der Region bemerkbar. Zudem seien die Mauersegler in diesem Jahr etwas später aus ihren Winterquartieren in Afrika zurückgekehrt, weshalb sie jetzt noch mitten in Balz und daher öfter am Himmel zu sehen sind.


Das gute Wetter sorgte zwar für häufigere Sichtungen einiger Arten, hat aber verbunden mit den wegfallenden Einschränkungen der letzten zwei Jahre der „Stunde der Gartenvögel" offenbar starke Konkurrenz beschert. "Weniger als die Hälfte an Teilnehmenden und Meldungen der Vorjahre sind bis jetzt beim NABU eingegangen. Wir freuen uns daher auf die vielen weiteren Meldedaten aus der Bevölkerung, um nach dem 23. Mai endgültig Bilanz ziehen zu können“, sagt Pohlen. Die Beobachtungen können am besten online unter www.stundedergartenvoegel.de gemeldet werden, aber auch per Post oder Telefon – kostenlose Rufnummer am 14. Mai von 10 bis 18 Uhr: 0800-1157115. Gemeldet werden kann auch mit der kostenlosen NABU-Vogelwelt-App, erhältlich unter www.NABU.de/vogelwelt.


Aktuelle Zwischenstände und erste Ergebnisse sind auf www.stundedergartenvoegel.de abrufbar und können mit vergangenen Jahren verglichen werden. Fragen rund um Vogelwelt, vogelfreundliche Gärten und zu anderen Naturschutzthemen aller Art beantwortet der NABU an seinem Naturtelefon montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr unter 030 – 284 984 6000.

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