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Sorge um denkmalgeschütztes Direktorenhaus von Haesler


Rudolf Becker, Dietrich Klatt, Dr. Walter Jochim, Dr. Wulf Haack (von links) Fotos: Peter Müller

CELLE. Einen Urknall für Celles #Tourismus soll das Projekt auslösen, das vier Celler in den letzten Tagen des Jahres auf den Weg gebracht haben. „Der Welterbetitel wirkt in diesem Wirtschaftszweig wie ein Urknall“, betont Dr. Wulf Haack, Kulturpreisträger der Stadt Celle und Sprecher der Bürgerinitiative „BauhausSchauhaus“ (CELLEHEUTE berichtete).


Ideengeber für das angestrebte Ziel, die von #Otto #Haesler in Celle geschaffene #Architektur des #Neuen #Bauens in die #Weltkulturerbe-Liste der #UNESCO zu überführen, war Dietrich Klatt, Ehrenvorsitzender der otto haesler initiative (ohi), ebenfalls Kulturpreisträger der Stadt Celle und Bewahrer des Direktorenhauses, in dem die Vier ihr Ansinnen der Öffentlichkeit präsentieren.


Üblicherweise agieren die ohi und die Otto Haesler Stiftung nicht gemeinsam, allenfalls reagiere man aufeinander. Nicht so bei diesem großen Plan, für ihn hat man Gräben überwunden und sich zusammengefunden. „Die Wertigkeit der Gebäude sollte mehr geschätzt werden, das Bewusstsein in der Stadt für das, was Otto Haesler hinterlassen hat, muss geschaffen und verstärkt werden“, nennt der Geschäftsführer der stadteigenen Otto Haesler Stiftung Rudolf Becker als einen gewünschten Effekt der potentiellen Bewerbung. Der Vierte im Bunde, Dr. Walter Jochim, Ratsmitglied und als Galerist langjähriger Mieter des Direktorenhauses, pflichtet seinen Vorrednern bei und verweist auf die anerkennenden Kommentare, die ihm von Besuchern bei Führungen durch das lichtdurchflutete Gebäude, das Haesler im Jahr 1930 als Wohnhaus für den Direktor des benachbarten Gymnasiums Ernestinum errichtet hatte, entgegengebracht werden.


SORGE UM DAS BAUKULTURELLE ERBE - GALERIE GEKÜNDIGT

Anfang der 1980er Jahre sollte es abgerissen werden, weder die Obrigkeit noch die Bewohner der Stadt wussten damals in ihrer Mehrheit, wer Haesler überhaupt war, dass die Architektur des Gebäudes eine ganz besondere ist. „Nachdem feststand, dass es erhalten bleibt, war es dann in aller Munde“, geht Dietrich Klatt kurz zurück in die Vergangenheit, um den Blick sogleich nach vorne zu richten, denn dem in den Jahren 2005/2006 denkmalgerecht sanierten Haus droht nach den Worten von Dr. Wulf Haack wieder ein „Eingriff“.


Es befindet sich im Eigentum der Stadt Celle und diese möchte es einer neuen Nutzung zuführen (CH berichtete https://www.celleheute.de/post/haesler-villa-wird-b%C3%BCrohaus ). Die Verwaltung der Bibliothek solle dort einziehen. „Von digitalen Arbeitsplätzen, der Installation von Countern ist die Rede. Aber wir wissen nichts Genaues“, berichtet Dr. Walter Jochim, dem sein Mietverhältnis zum Ende des Jahres gekündigt wurde, und Dietrich Klatt fügt hinzu: „Für uns ist unverständlich, dass dieser Raum aufgegeben werden soll, er ist wichtig für die Bereitstellung von Kultur.“


Viele Jahrzehnte war der Architekt Otto Haesler in Celle vergessen, obwohl er während der 1920er und Anfang der 1930er Jahre die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf Celle gelenkt hatte. Der Bau der Altstädter Schule lockte Scharen von Besuchern in die Stadt, Berliner Zeitungen berichteten und auch die internationale Fachpresse widmete sich dem zukunftsweisenden Flachbau. Die Siedlung Blumläger Feld schuf in Zeiten der Weltwirtschaftskrise Wohnraum für die Ärmsten der Armen und nahm deutschlandweit eine Vorbildfunktion ein. „Wir haben hier ein einmaliges Gesamtwerk eines Architekten des Neuen Bauens, das gekennzeichnet ist durch sehr unterschiedliche Gebäude“, erläutert Dietrich Klatt. Die Entwicklung des Neuen Bauens sei in Celle auf wenigen Metern ablesbar. „Es gibt viele Fachwerkstädte, aber Fachwerk und Bauhaus ist einmalig“, ergänzt Dr. Wulf Haack, nicht ohne die Bedeutung für den Wirtschaftsstandort, vorrangig den Tourismus, der sich derzeit neu, weg von Reisen per Flugzeug und Kreuzfahrtschiff hin zu Städtetouren, orientiere, noch einmal hervorzuheben.


APPELL AN LANDKREIS, STADT UND LAND

Mitte der 1980er Jahre wurde Haesler wiederentdeckt, die Sorge um den Erhalt seiner architektonischen Zeugnisse ist dennoch groß - ein Grund, weshalb die Vier sich zusammengetan und einen Appell an den Oberbürgermeister der Stadt Celle, Dr. Jörg Nigge, den Landrat Axel Flader sowie den Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen Stephan Weil gerichtet haben: Unter Federführung des Landes Niedersachsen möge man sich gemeinsam für die Anerkennung der von Otto Haesler in Celle geschaffenen Bauhausarchitektur als Weltkulturerbe einsetzen.


Das Nominierungsrecht liegt bei den Bundesländern, sie erarbeiten Vorschlagslisten, die die Kultusministerkonferenz zu einer nationalen, sogenannten „Tentative List“ zusammenführt, die den ersten Schritt im Bewerbungsverfahren darstellt. Begutachtungen durch Beraterorganisationen der UNESCO folgen. Der Prozess, bis das Welterbekomitee eine Entscheidung über die Aufnahme in die Welterbeliste trifft, ist sehr langwierig. Es können zehn Jahre vergehen, bis erste greifbare Ergebnisse vorliegen.


Die vier Ehrenamtler lassen sich davon nicht abschrecken, sie überlegen, was es bis dahin im Zusammenhang mit Haesler alles zu feiern gebe und führen beispielhaft an: „Im Jahr 2028 liegt die Eröffnung der Altstädter Schule 100 Jahre zurück und im Jahr 2030 wird Otto Haesler 150 Jahre alt.“



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