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Sorge um Strandbad Flotwedel: Jetzt nur noch Badestelle, Kioskpächter kündigen

Eingang des Strandfreibades Flotwedel mit verschlossenem blauen Gittertor.
Die Bezeichnung „Freibad“ ist bereits entfernt worden. (Foto: Stefan Kübler)

WIENHAUSEN. Die Menschen in der Samtgemeinde Flotwedel machen sich Sorgen um die Zukunft ihres Strandfreibades. Die Gemeindeverwaltung hat das Freibad kürzlich zur Badestelle degradiert und die Öffnungszeiten verkürzt. Der Badebetrieb ist jetzt nur noch montags sowie Mittwoch bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr erlaubt. Dienstags ist das Bad komplett geschlossen. Der Eintritt bleibt frei. Eine Wasserwacht soll laut Mitteilung der Verwaltung weiterhin gewährleistet sein. Auch Umkleideräume und Sanitäranlagen stünden weiter zur Verfügung und der Kiosk sei geöffnet. Aus der Bevölkerung formiert sich Widerstand gegen diese Entwicklung.


„Vertretbare Lösung, um den Badebetrieb weiterzuführen“

Aus Sicht der Samtgemeinde ist der Schritt aus Versicherungs- und Haftungsgründen notwendig gewesen. „Im Rahmen einer gutachtlichen Bewertung mussten strukturelle Anpassungen in der Organisation des Bades vorgenommen werden“, teilt Samtgemeindebürgermeister Frank Böse auf CelleHeute-Anfrage mit. „Der Status Strandbad geht mit verschiedenen organisatorischen und baulichen Auflagen einher, die wir aus wirtschaftlicher Sicht nicht erfüllen können. Eine Umwidmung zur Badestelle ist eine vertretbare Lösung, um den Badebetrieb weiterzuführen und den Badegästen weiterhin die Vorzüge der Anlage kostenlos zur Verfügung zu stellen.“


Online-Petition gegen die Änderungen gestartet


Die Stammgäste des Badeortes beobachten die Entwicklung mit Sorge. Kurz nach Bekanntgabe der Umwidmung ist eine Petition für den Erhalt des Strandfreibades „als Badeparadies“ gestartet worden. Vor allem eine Kürzung bei der Badeaufsicht wird kritisch gesehen. „Diese Änderung würde nicht nur die Sicherheit gefährden, da die Schwimmaufsicht fehlt, sondern es würde auch die Attraktivität des Ortes erheblich mindern“, heißt es im Text zur Unterschriftenaktion. „Ob Kleinkinder, Teenager oder Senioren – dieses Badeparadies verbindet Generationen und darf nicht kaputtgespart werden!“


„Fürchten (…) nun völlig zurecht einen massiven Rückgang der Besucher und eine Zunahme von nächtlichem Vandalismus“

Auch die Pächter des Kiosks sind von den neuen Einschränkungen am Freibad Flotwedel offenbar nicht begeistert. „Endlich gibt es engagierte, vernünftige Pächter im Kiosk, die auf Herzlichkeit, hochwertige Qualität und humane Preise setzen“, so die Organisatoren der Petition weiter. „Durch die Einschränkungen und die unbewachte Badestelle fürchten sie nun völlig zurecht einen massiven Rückgang der Besucher und eine Zunahme von nächtlichem Vandalismus auf dem abgesperrten Gelände.“ Am Ende der Appell: „Lasst uns gemeinsam für den Erhalt des Strandfreibads kämpfen! Wir möchten der Samtgemeinde zeigen, dass wir uns diese Abschiebung von Verantwortung nicht einfach gefallen lassen.“


Ein Mann mit Kind am Strandufer eines Badesees.
Familien mit kleinen Kindern schätzen am Strandbad Flotwedel die naturnahe Gestaltung. (Foto: Josefine Peters)

Eingeschränkte Wasseraufsicht für diese Saison gewährleistet


Die Petition ist in den vergangenen Wochen bereits von mehr als 1600 Menschen unterschrieben worden. Bei der Samtgemeinde werden die Aktion und die damit verbundenen Sorgen und Hinweise nach eigenen Angaben „sehr ernst“ genommen. Zu den Sicherheitsbedenken sagt Frank Böse, dass für diese Saison eine eingeschränkte Wasseraufsicht vor Ort sei. „Unsere Wasseraufsicht ist rettungsfähig und verfügt über alle nötigen Nachweise zur Ausübung der Aufsicht. Es gibt keinen Unterschied zu vorher und es hat keine personellen Veränderungen gegeben.“


Bereits jetzt mehr Besucher als vergangene Saison


Wie es in der kommenden Saison mit dem Strandfreibad Flotwedel weitergeht, ist unklar. Sicher ist, dass wieder ein neuer Pächter für den Kiosk gefunden werden muss. Die derzeitigen Betreiber hätten laut Informationen vor Ort den Vertrag wegen der ungewissen Zukunftsaussichten bereits wieder gekündigt. Die Sorgen nach einem Rückgang der Gästezahlen haben sich indes nicht bestätigt. Demnach seien in diesem Jahr bereits so viele Menschen im Bad zu Besuch gewesen wie in der gesamten vergangenen Saison.

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