SchülerInnen besuchten Jüdischen Friedhof


Foto: Petra Asholz-Meine

CELLE. Nach einer Vorbereitungsstunde, in welcher der Hebräischlehrer Dr. Friedrich Erich Dobberahn über die Geschichte des Jüdischen Friedhofs in Celle und über die Besonderheiten der jüdischen Bestattungskultur berichtete, traf sich die Klasse 11 GL zu einem Projekttag auf dem Friedhofsgelände.


Dr. Dobberahn legte zunächst die Grabinschrift für Editha Rosenwasser (1926-1945) aus, die das KZ von Bergen-Belsen überlebt hatte. Der hebräische Wortlaut dieser Inschrift enthält bemerkenswerte Anleitungen zur adäquaten Anwendung des Schoah-Begriffs. Anhand von ausgeteilten Informationsblättern erarbeiteten sich danach die Schülerinnen und Schüler selbstständig die Ornamentik und die Texte von ca. 20 repräsentativen Grabinschriften aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Anschließend stellten sie ihre Empfindungen und Eindrücke einander vor. Dabei kamen interessante Einzelheiten zur Sprache – sowohl zur Formulierungskunst als auch zur bildlichen Darstellung der beachtlich gestalteten Grabstelen aus den beiden Jahrhunderten.


Besonders hervorgehoben und diskutiert wurden die liebevollen Ausführungen und Lebensbeschreibungen, mit denen die Hinterbliebenen die Erinnerung an ihre verstorbenen Eltern, Kinder und Verwandten festgehalten haben. In einigen Aussagen der Inschriften wurde auch Bezug auf die kulturelle und politische Geschichte Europas genommen. Den von allen Beteiligten als sehr kurzweilig und aufschlussreich gewürdigten Projekttag schloss Dr. Dobberahn gegen 12:30 Uhr mit dem Kaddisch-Gebet für die Verstorbenen, in dessen Friedensbitte alle Beteiligten mit einem „Amen“ einstimmten.


Text: Petra Asholz-Meine



Foto: Peter Fritz Cunningham


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