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Ortsrat widerspricht Stadtverwaltung – „Die Ecke ist mordsgefährlich“


Einmündungsbereich Wittinger Straße/Dörnbergstraße Foto: Peter Müller

CELLE. Weder der Fachdienstleiter Verkehr Jörg Frohnert noch der ranghöhere Fachbereichsleiter Verkehr Ulf Pohlmann waren anwesend bei der jüngsten Ortsratssitzung Hehlentor, obwohl zahlreiche Verkehrsthemen auf der Tagesordnung standen. Übergeordnet folgen sie alle der Devise des Oberbürgermeisters, Celle in eine Fahrradstadt zu verwandeln.


„Wir hätten als Ortsrat mit einbezogen werden können in den Prozess der Überprüfung“, übte die Bürgermeisterin Marianne Schiano (CDU) vorsichtig Kritik mit Bezug auf das Vorgehen nach dem tragischen Unfall an der Ecke Dörnbergstraße/Wittinger Straße vor einigen Wochen, der den Tod einer E-Bike-Fahrerin zur Folge gehabt hatte. Die Polizei ist einer der drei Vertreter der Verkehrssicherheitskommission, die den Hergang untersuchte und zu dem Ergebnis kam, dass keine baulichen Veränderungen im Einmündungsbereich notwendig seien, allein „menschliches Versagen sei schuld“. Präsent waren auch die Ordnungshüter nicht in der Sitzung, lediglich ein kurzes schriftliches Statement lag vor, das die Lokalpolitiker aufforderte, ein Meinungsbild abzugeben zu der geplanten Maßnahme, die 20-25 Parkplätze entlang der Wittinger stadtauswärts bis zum Berkefeldweg zu streichen und dort einen Schutzstreifen für Fahrradfahrer aufzubringen.


Sowohl die Kommunalpolitiker als auch einige Einwohner des Hehlentor machten deutlich, dass sie in keinster Weise übereinstimmten mit dem Ergebnis der Kommission. Einhellig bewerteten sie die Gegebenheiten dort als überaus gefährlich, Handlungsbedarf sei dringend geboten, die brisante Situation seit Jahren bekannt: Viel zu wenig Raum für ein sehr hohes Verkehrsaufkommen, besonders morgens und mittags. „Ein Stoppschild im Einmündungsbereich anstelle des Vorfahrtschildes wurde als nicht geboten erachtet“, sagte der Vertreter der Verwaltung, das frühere Mußwessels-Gelände sei nicht im Zugriff der Stadt. „Und was ist mit der Bushaltestelle vor dem früheren Getränkemarkt?“, erkundigte sich ein Anwohner. Auch bei weiteren Fragen, z.B. wer denn die Eigentümer der Autos seien, die entlang der Wittinger parken, musste der Mitarbeiter passen: „Details kenne ich nicht.“ Nach objektiven Kriterien, und diese bestünden in reiner Statistik, handele es sich nicht um einen Unfallschwerpunkt.


„Es ist eine Unverschämtheit, das hier zu behaupten. Wir haben Eingaben gemacht, seit Jahren hingewiesen auf das Problem in den Ausschüssen. Wir haben hier eine unbefriedigende Informationslage“, sagte Johanna Thomsen (Grüne). „Das ist nicht mehr zu ertragen, wie man jetzt noch behaupten kann, wir müssten nichts ändern. Die Ecke ist mordsgefährlich“, betonte Dr. Andreas Lechner (Grüne), der vor einigen Jahren selbst Opfer eines Fahrradunfalls in der Fritzenwiese wurde, der ihn fast das Leben gekostet hatte. Seitdem beschäftigt er sich intensiv mit Verkehrsthemen rund ums Fahrrad, hat sich eine Expertise erworben, die er dem Neuen Rathaus gerne in Form von Beratung zur Verfügung stellen würde. Doch die verantwortliche Dezernentin Elena Kuhls lehnte das Angebot ab, „ich soll meine Anliegen über den Ortsrat einbringen“, berichtete Lechner seinen Mitstreitern im Gremium. Hinsichtlich des geplanten Schutzstreifens sagte er: „Einseitig ist das sinnfrei.“


Die Anwesenheit von Verantwortlichen aus dem Neuen Rathaus wäre sinnvoll gewesen – eine handfeste Chance, das Motto der Bundeskampagne „Demokratie leben“ wörtlich zu nehmen, wurde verpasst, eine Problemlösung vertagt. Der Ortsrat gab das erbetene Meinungsbild nicht ab, es hieß: „Wir fordern zeitnah eine gemeinsame Sitzung mit Frau Kuhls und Herrn Frohnert.“

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