Müden akustisch erleben


Jana Heins an der ersten Station des Audio Walks, der historischen Wassermühle. Fotos: Susanne Zaulick

MÜDEN/ÖRTZE. Alte Höfe, knorrige Eichen, Kopfsteinpflaster und mittendrin die pittoreske St. Laurentiuskirche: Der Ortskern von Müden lädt ohne Zweifel zum Spaziergang ein. Und dabei kann man jetzt nicht nur viel sehen, sondern auch hören. Aus 14 Stationen besteht der Audiowalk, den der Förderkreis Natur-Heimat Müden, die Gemeinde und die Lüneburger Heide GmbH mit ihrer Touristinfo vor Ort gemeinsam auf den Weg gebracht haben. Die VR-Stiftung hat das Projekt mit 6400 Euro finanziert; Stefan Krüger aus Müden oblag die professionelle Umsetzung.


Elmar Best von der LHG erläuterte gestern bei einer kleinen Einweihungsfeier, wie der Audio Walk funktioniert: An den 14 Stationen sind jeweils QR-Codes angebracht, die mit dem Smartphone gescannt werden. Dabei „landet“ man auf einer Website der LHG und kann nun den dazugehörigen akustischen Beitrag abspielen. Der Zusammenfluss von Wietze und Örtze, historische Gebäude im Ort, die „Bikbank“, an der früher Wäsche gewaschen wurde, der Alte Friedhof, der Heidesee und der Wildpark sind nur einige der Stationen, über die Stefan Krüger – die im Ort bekannte Stimme vom „Tante Hanna“-Radio - die informativ-unterhaltsamen Texte eingesprochen hat. Rund zwei Stunden dauert der Hör-Spaziergang, wenn man alle Stationen „abhören“ möchte. Für Touristiker Best ist es der erste Audio Walk, den er einweiht. In der Lüneburger Heide sei ihm nichts Vergleichbares bekannt.


„Der Dorfspaziergang von Hans-Heinrich Euhus war eigentlich die Basis für den Audio Walk“, blickt Hans-Jürgen Dralle vom Förderkreis Natur-Heimat Müden zurück. Jana Heins von der Gemeinde Faßberg und Bettina Bouma von der Touristinfo hätten dann die Idee an ihn herangetragen, diese Informationen in einem Audio Walk umzusetzen. Von der Idee bis zur Eröffnung sind nun rund zwei Jahre vergangen.


„Der Audiowalk ersetzt nicht den Spaziergang mit unseren Gästeführern, aber er ist ein tolles zusätzliches Angebot – gerade in Zeiten von Corona“, meint Bürgermeisterin Kerstin Speder, die sich bei allen Beteiligten ausdrücklich bedankte. Vor Ort war auch Nadine Richter von der Volksbank SILA, die den symbolischen Scheck der VR-Stiftung überreichte. „Es ist schön zu sehen, dass ein Ort so aktiv ist. Kaum ist ein Projekt abgeschlossen, kommt schon wieder das nächste“, sagte sie. Ohne viel unentgeltliche Arbeit wäre allerdings auch diese Projekt nicht möglich gewesen, unterstrich Bettina Bouma.


(von links) Hans-Jürgen Dralle, Bettina Bouma, Stefan Krüger, Nadine Richter, Kerstin Speder, Jana Heins.

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