LEADER-Region „Aller-Fuhse-Aue“ rechnet mit 1,4 Millionen Euro Förderung


Foto: Peter Müller

FLOTWEDEL/WATHLINGEN. Endspurt für die nächste Runde: 21 LEADER-Regionen im Amtsbezirk Lüneburg arbeiten derzeit an ihrer Bewerbung für die Teilnahme am Programm ab 2023. Bis Ende April müssen die Regionen dafür ein Regionales Entwicklungskonzept beim Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg einreichen. Bereits fertiggestellt hat das die LEADER-Region „Aller-Fuhse-Aue“ und überreichte ihr umfangreiches Papier gestern persönlich an die Landesbeauftragte und Chefin des ArL, Monika Scherf. Auch die LEADER-Region Oberes Örtzetal hat bereits ihr Entwicklungskonzept eingereicht (CELLEHEUTE berichtete).

„Ich bin beeindruckt, wie konkret und detailliert die ersten Ideen bereits ausgearbeitet wurden. Das zeigt, wie gut die LEADER-Region bereits zusammengewachsen ist und welchen Mehrwert diese Kooperation für alle beteiligten Kommunen und Akteure hat“, lobte die Landesbeauftragte Monika Scherf bei der Übergabe. Die Schwerpunkte der Region „Aller-Fuhse-Aue“ liegen für die neue Förderperiode in den Bereichen:


- Naherholung, Kultur und Tourismus

- Klimaschutz

- Miteinander der Generationen

- Identität

- Regionale Wertschöpfung


Neu ist, dass die Regionen ihre Bewerbung für die neue Programmrunde ab 2023 gleich mit Starterprojekten einreichen. „Mit dem regionalen Entwicklungskonzept hat die LEADER-Region Aller-Fuhse-Aue den entscheidenden Grundstein für die weitere Arbeit in den nächsten Jahren gelegt. Unsere Aufgabe ist es jetzt, alle Konzepte sehr genau zu prüfen und zu gucken, wo eventuell noch nachgebessert werden muss. Wir garantieren damit auch, dass die Fördermittel bestmöglich und im Sinne aller eingesetzt werden“, erklärte Scherf das weitere Vorgehen. Über eine endgültige Aufnahme ins Programm entscheidet das Landwirtschaftsministerium. Der Startschuss ist für Anfang 2023 geplant.


Die LEADER-Region „Aller-Fuhse-Aue startet noch in diesem Jahr einen ersten Projektwettbewerb, um gleich nach der Anerkennung mit der Umsetzung von Vorhaben starten zu können. Nach jetzigem Stand kann die Region für die Projektförderung mit ca. 1,4 Mio. Euro EU-Fördermitteln rechnen.


Hintergrund: LEADER in der neuen Förderperiode

Im Amtsbezirk Lüneburg bewerben sich derzeit 21 LEADER-Regionen für die Neuauflage des Programms ab 2023. Sie bestehen aus mehreren Kommunen, die sich – zum Teil landkreisübergreifend –für das Programm beworben haben. Einige agieren schon seit vielen Jahren zusammen, andere schließen sich gerade neu zusammen oder erweitern ihr Gebiet.

Als Grundlage müssen alle Regionen bis Ende April ein Regionales Entwicklungskonzept erarbeiten. Dieses enthält neben einem Evaluierungsbericht unter anderem auch einem Finanzplan, eine Projektauswahl und ein Konzept zur Beteiligung der Öffentlichkeit. Die Kosten dafür werden mit 75 Prozent vom Land gefördert.

Bei LEADER gilt das sogenannte Bottom-Up-Prinzip. Das heißt: Jeder LEADER-Region steht für die nächsten Jahre ein festes Budget zur Verfügung. „Die Akteure vor Ort entscheiden dann selbst, welche Projekte für die nachhaltige Entwicklung ihrer Gemeinden am besten geeignet sind. Dabei werden die Ideen mit gemeinsam und auf Augenhöhe entwickelt“, berichtet Siegfried Dierken aus der Geschäftsstelle Verden des ArL Lüneburg. Er und seine KollegInnen sind als beratendes Mitglied auch Teil der „Lokalen Aktionsgruppen“ (LAG), an denen neben Mitgliedern aus Politik und Verwaltung auch Vertreter von Vereinen und weiteren lokalen Institutionen teilnehmen. „Wir sind diejenigen, die später prüfen, ob die Projekte förderfähig sind. Bei uns reichen die Antragsteller auch die ganzen Unterlagen und Verwendungsnachweise ein“, erklärt Siegfried Dierken.

Finanziert wird das Programm aus dem ELER-Fonds. (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes) Die Förderung erfolgt ausschließlich mit EU-Mitteln, allerdings müssen diese kofinanziert werden, beispielweise mit einem Eigenanteil.

Die Abkürzung LEADER kommt aus dem Französischen (liaison entre actions de développement de l’économie rurale). Ziel ist es, die Regionen Europas auf dem Weg zu einer eigenständigen Entwicklung zu unterstützen. Es handelt sich dabei um ein Maßnahmenprogramm der Europäischen Union, mit dem seit 1991 innovative Aktionen und Projekte im ländlichen Raum gefördert werden.



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