Landvolkpräsident formuliert Arbeitsschwerpunkte für 2022


Landvolkpräsident Holger Hennies; Foto: Landvolk Niedersachsen

HANNOVER. Am 1. Januar 2022 ist Niedersachsens Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies ein Jahr im Amt. Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen und Arbeitsschwerpunkte für 2022 zu formulieren. „Die größte Herausforderung war es, den Niedersächsischen Weg gegen diejenigen zu verteidigen, die ihn angeblich so toll finden, gleichzeitig aber über das Ordnungsrecht die Landwirte bestrafen wollen, die bereits Naturschutzleistungen erbringen“, erklärt der 52-Jährige im Gespräch mit dem Landvolk-Pressedienst.


Einige der Fehlentwicklungen aus seiner Sicht, zum Beispiel beim Insektenschutzpaket oder bei der Umsetzung der GAP-Reform, seien mit vereinten Kräften förmlich in letzter Sekunde abgewehrt worden. Arten- und Klimaschutz bleibe dauerhaft auch für LandwirtInnen auf der Agenda, sagt der Betriebsleiter aus der Region Hannover mit Blick auf die im Koalitionsvertrag formulierten Schwerpunkte der neuen Ampel-Bundesregierung.


Für 2022 hat sich Holger Hennies vorgenommen, den gesellschaftlich geforderten Umbau der Tierhaltung kritisch, konstruktiv und wachsam zu begleiten. „Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Lösungen lägen bei vielen Fragen schon auf dem Tisch. Das Borchert-Papier oder die Ergebnisse der Zukunftskommission Landwirtschaft, der ZKL, bieten viele gute Ansätze“, ist sich der promovierte Agrarwissenschaftler sicher. „Baugenehmigungen für innovative Stallbauten müssen erleichtert werden; wir brauchen eine klare Herkunfts- und Haltungskennzeichnung – und vor allem muss die Finanzierung aller Maßnahmen gesichert sein, die der gesellschaftlich gewünschten Tierhaltung dienen. Wir Landwirte werden uns diesen Ideen nicht verweigern, solange wir bei der Gestaltung des Umbaus gefragt werden und langfristige ökonomische Perspektiven bestehen.“


Die aktuell fehlenden Perspektiven für Schweinehalter und Ferkelerzeuger bereiten Hennies derzeit die größten Sorgen. Deshalb wiederholt der Landvolkpräsident zum Jahreswechsel die Forderung nach einer sinnvoll ausgestalteten Umstrukturierungsprämie für Betriebe, die ansonsten weiter vor dem Abgrund stehen würden. Besonders einsetzen will sich Holger Hennies zudem für die Menschen, die in den Moorgebieten leben und wirtschaften. Die Wiedervernässung der Moore und alle begleitenden Aspekte würden in ihren Folgen noch weit unterschätzt, ist sich der Landwirt sicher: „Das hat die Dimension des Kohleausstiegs.“


Die Abläufe auf seinem eigenen landwirtschaftlichen Betrieb in Schwüblingsen hat Hennies derweil zusammen mit seiner Familie und den Gesellschaftern so angepasst, dass er dem Landesbauernverband quasi 24 Stunden am Tag zur Verfügung stehen kann. Der Dank des Landvolkpräsidenten gilt den BerufskollegInnen, den Mitgliedern der Verbandsgremien, dem Präsidium sowie den MitarbeiterInnen des Landvolks Niedersachsen und in den Kreisverbänden: „Das passt zu unserem Motto – nur gemeinsam sind wir stark!“

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