Längere AKW Laufzeiten?


Um einmal bei den Fakten zu bleiben:


Herr Habeck will die im Atomausstiegs-Gesetz festgelegten Abschaltdaten für Riss-Reaktor Neckarwestheim-2 und das unter Rissverdacht stehende AKW Isar-2 kippen.

Dabei ignoriert sein Vorschlag den tatsächlichen Zustand der Reaktoren.


So sind allein in Neckarwestheim mehr als 350 gefährliche Risse nachgewiesen.

Es handelt sich um dieselbe Rissart wie in den französischen AKW, die die dortige Atomaufsicht bereits abgeschaltet hat.


Die Risse bedrohen 16.000 Rohre; reißt nur ein einziges davon ab, wäre das ein nur schwer zu beherrschender Störfall, der sich bis zum Super-GAU entwickeln kann.

Im typgleichen AKW Isar-2, dessen Betreiber bisher Kontrollen verweigert, besteht ebenfalls Rissverdacht.


Die geplante Weiternutzung der mehr als 34 Jahre alten Anlagen missachtet darüber hinaus die vom Bundesverfassungsgericht definierten grundlegenden Sicherheitsanforderungen an AKW.

Kein Reaktor in Deutschland erfüllt zur Zeit diese Sicherheitsanforderungen über den 31.12.2022 hinaus. Das hat die Bundesatomaufsicht bereits eindeutig festgestellt.

Ein Auto darf nach Ablauf des TÜV-Stichtags auch nicht weiter betrieben werden.


Die letzte Sicherheitsüberprüfung der Reaktoren gab es 2009. Selbst diese Prüfung wurde nach einem veralteten Stand von Wissenschaft und Technik durchgeführt.

Auch für eine geforderte Notreserve würde die seit 3 Jahren überfällige periodische Sicherheitsüberprüfung nicht nachgeholt.

Der Strompreiseffekt am Großhandelsmarkt läge bei einem geplanten Streckbetrieb der AKW nur bei Minus 0,5 % bis Minus 0,8 %.


Es ist offensichtlich, dass die Spitzen von CDU/CSU und FDP mit dem Hochjubeln der Atomkraft als Lösung, vom eigenen energiepolitischen Versagen ablenken wollen.


Claus Stahl, Celle

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