Konstruktiv zu mehr Klimaschutz auf Kreisebene – Aus für Dieselbusse in 2025


Angestrebt für alle landkreiseigenen Gebäude: Solaranlagen auf jedem Dach

CELLE. Noch stärker als andere Ausschüsse ist derjenige für Klimaschutz, Mobilität und Gebäudewirtschaft am Puls des aktuellen Geschehens. Der Vorsitzende Ulrich Kaiser weist zum Auftakt kurz auf die Verantwortung und die Brisanz der Inhalte auf der Tagesordnung hin.


Doch beim Thema Dekarbonisierung des öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) schaut er kurz zurück: „Bereits vor 10 Jahren wurde in Landkreis-Gremien empfohlen, notwendige Schritte einzuleiten.“ Taten blieben aus. „Wie viel Zeit wir verloren haben“, mahnt Kaiser und leitet dann über zum Referat der Vertreter von KCW aus Berlin, Marc-Oliver Wille und Fabien Laurent. Das ÖPNV-Beratungsunternehmen hat ein Gutachten im Auftrag der Landkreis-Verwaltung erarbeitet zur Umstellung aller Fahrzeuge im öffentlichen Nahverkehr auf C02-freie Energie. Das „Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetz“ vom Juni 2021 schreibt ab dem 1.4.2025 den Einsatz entsprechender Fahrzeugflotten vor, Übergangsfristen werden ebenso gewährt wie umfangreiche Fördergelder.

Mit der Umsetzung des Gesetzes geht die Neuausschreibung des Verkehrsvertrages ab 2025 einher. Vergeben wird für maximal 10 Jahre, mittelständige Unternehmen müssen berücksichtigt werden. Die Aufwendungen beziffert der Landkreis mit bis zu 18 Mio Euro.


Den Empfehlungen der Beratungsfirma zufolge wird es nicht mehr ein Betreiber sein, vielmehr wird das Gesamtnetz in 4-6 Linienbündel unterteilt, die von jeweils einem Verkehrsbetrieb bewirtschaftet werden. Um dieses zu ermöglichen, muss der Nahverkehrsplan bis März 2023 angepasst werden. „Alle Kommunen wurden bereits angeschrieben, ob Mehrbedarfe vorhanden sind“, erläuterte Kreisrat Frank Reimchen. Referent Marc-Oliver Wille präsentierte als Ergebnis der Fahrzeugtypengegenüberstellung den Batteriebus/Depotlader: „Verglichen mit dem Brennstoffzellenbus ist er wirtschaftlicher und energieeffizienter.“ Wichtig seien Grundstücke für neue Betriebshöfe, die eine Ladeinfrastruktur vorsehen.


Photovoltaik-Anlagen auf Dächern von Betriebshof-Gebäuden werden ebenfalls installiert werden. Dieses ist zwar nicht Bestandteil des neuen Gesetzes, aber Verwaltung und Politik treibt dieses Themenfeld ebenfalls voran. Das bunte Bündnis für Fortschritt hatte einen Antrag auf Einführung eines Solarkatasters gestellt, zeigte sich jedoch sehr flexibel angesichts der Aktivitäten, die der Kreis bereits vorzuweisen hatte. Dieser lehnte ein Kataster aufgrund von nicht verfügbarem Personal ab und verwies auf das Bestreben, möglichst viele Dachflächen auf kreiseigenen Gebäuden baldmöglichst mit Solar-Anlagen auszustatten. Zudem sollen im Haushaltsplan 2023 Gelder für eine entsprechende Fachkraft eingestellt werden.

„Ich bin sehr glücklich mit der Vorlage, wir bringen Bewegung in die Angelegenheit“, zeigte sich Reinhard Rohde sehr zufrieden angesichts eines Beispiels für konstruktive Zusammenarbeit von Verwaltung und Politik im Interesse des Klimaschutzes.


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