Hambührener Elektro-Pionier Klaus Schulze gestorben




HAMBÜHREN. Sein Name war im "Mainstream" nicht geläufig, aber nicht nur in der Szene galt er als "Godfather of Techno" der elektronischen Musik und war neben Kraftwerk oder Jean-Michel Jarre Wegbereiter der heutigen Clubmusik. Klangpionier Klaus Schulze aus Ovelgönne wurde 74 Jahre alt. "In tiefster Trauer müssen wir über den Tod des weltberühmten deutschen Komponisten, Musikers und Produzenten Klaus Schulze informieren", so die Plattenfirma SPV über ihren Künstler, mit dem sie erst vor wenigen Wochen die Zusammenarbeit erneut verlängerte. Er starb kurz vor der Veröffentlichung seines neuesten Albums. Sein Markenzeichen waren sphärische, meditative Klangteppiche. Auch Oscar-Gewinner Hans Zimmer zählte zu seinen größten Fans. Schulze starb am 26. April 2022 im Alter von 74 Jahren nach langer Krankheit und doch ganz plötzlich. SPV-Geschäftsführer Frank Uhle: „Mit Bestürzung und Trauer haben wir die Nachricht vom plötzlichen Tod von Klaus Schulze erhalten. Wir verlieren und werden einen guten persönlichen Freund – einen der einflussreichsten und bedeutendsten Komponisten elektronischer Musik – vermissen. ein Überzeugungstäter und Ausnahmekünstler. Unsere Gedanken sind in dieser Stunde bei seiner Frau, seinen Söhnen und seiner Familie. Seine stets fröhliche Art, sein Innovationsgeist und sein beeindruckendes Schaffen sind uns unauslöschlich in Erinnerung geblieben." Der Komponist wurde zunächst bekannt als Schlagzeuger der Band Tangerine Dream, die Mitte der 1970er Jahre auch Filmmusik-Musik u.a. für "Tatort" produzierte und unter anderem David Bowie begeisterte. Er war Mitbegründer der avantgardistischen "Berliner Schule" mit ihren Soundstrukturen jenseits der gängigen Popmusik - rund 50 Alben hat er in 50 Jahren produziert. "Salut an das große Geschenk des Lebens" Schulze produzierte oder kooperierte mit Bands wie "Ideal" oder Alphaville". Unter dem Pseudonym Richard Wahnfried musizierte er gemeinsam mit Künstlern wie Arthur Brown, Michael Shrieve oder Hans Zimmer, der seinen Einfluss als Oscar-Gewinner für "Dune" noch im Dezember hervorhob: "Klaus Schulzes Musik war nie relevanter als jetzt. Mehr denn je ist die Arbeit von Klaus die perfekte Balance zwischen Seele und Technologie. Elektronen als Botschafter von Romantik", so Zimmer.

Schulze war verheiratet, hatte zwei erwachsene Söhne und vier Enkelkinder. Der Abschied soll im engsten Familienkreis erfolgen, das habe er sich ausdrücklich so gewünscht - seine Musik sei wichtig, nicht seine Person. Das neue 70-Minuten-Album "Deus Arrakis" - aufgenommen in seinem Ovelgönner Studio, orientiere sich laut seinen eigenen Angaben an Frank Herberts "Dune"-Stoff und sei ein Salut "im weiteren Sinne an das große Geschenk des Lebens".


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