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Genehmigung Abdeckung Kalihalde – Drastische Vorwürfe der Grünen


Im Laufe von 22 Jahren sollen mehrere Schichten auf die Halde aufgetragen werden mit dem Ziel der Begrünung Foto: Peter Müller

CELLE. Da prallten Positionen aufeinander – die gestrige #Sondersitzung des #Umweltausschusses im Kreistag legte die widerstreitenden Ansichten zur geplanten und genehmigten Abdeckung der #Kalihalde in #Wathlingen durch die Firma K+S dar. Angehörige des Unternehmens waren nicht vor Ort, drei Vertreter des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (#LBEG) bemühten sich mittels dreier Vorträge um Aufklärung und stellten sich anschließend den Fragen der Ausschuss-Mitglieder und Zuschauer.


Gerald Sommer (#Grüne) wartete das Ende der sehr ausführlichen und teilweise sehr fachspezifischen Präsentationen nicht ab. „Sie erzeugen eine Ewigkeitslast. Es ist Zeit für deutliche Worte“, sagte er zur Halbzeit, teilte mit, dass die Grünen einen offenen Brief an den niedersächsischen Umweltminister Christian Meyer gesandt hätten und fügte hinzu: „Der Planfeststellungsbeschluss des LBEG ist ein Stück aus dem Tollhaus und aus meiner Sicht rechtswidrig. Sein Entstehen erinnert an eine Bananenrepublik, das Zusammenspiel von K+S, Bergamt und Wirtschaftsministerium riecht stark nach Vetternwirtschaft.“


Repräsentativ für die Haltung des Ausschusses war die Aussage nicht, wie Ernst-Ingolf Angermann (CDU) zum Ausdruck brachte: „Es geht nur darum, wie ist der richtige Weg in die Zukunft, den Berg so zu belassen ist keine Lösung. Wir müssen einen vertretbaren Weg gehen und dem LBEG so viel Vertrauen entgegenbringen, dass sie geprüft haben.“ Einen negativen Blick richtete er auf das Unternehmen, das das Kalibergwerk betrieben hatte und nun für die Nachsorge verantwortlich ist: „K+S sollte Vertrauen schaffen, und das hat es nicht geschafft, z.B. durch den eigenmächtigen Bau eines Recyclinghofes.“ Dr. Albrecht Hoppenstedt (WG) bekräftigte diesen potentiellen Grund für breites Misstrauen beim Umgang mit der Kalihalde: „Das Dilemma, das hier vorliegt, besteht darin, dass Vertrauen verloren gegangen ist. K+S hat Glas zerschlagen, wo es zu zerschlagen war.“


Die Referenten des LBEG bemühten sich indes um Aufklärung. Zur Frage: Steht die Halde im Grundwasser oder nicht, referierte Dr. Johannes Müller: Dreimal in den vergangenen 25 Jahren habe die Unterkante des Haldenkörpers das Grundwasser erreicht. Und zum Niederschlag legte er dar: „Die Halde wird von oben nach unten durchsickert. Gesalzenes Wasser fließt nach unten ab, weil es schwerer ist als Süßwasser, es fließt nicht horizontal ab.“ Die Abdeckung der Halde würde zu einer deutlichen Reduktion des Eintrags von salzhaltigem Halden- in das Grundwasser von ca. 75 Prozent führen. Das hieße, der Zustand des Grundwassers unterhalb der Halde würde sich deutlich verbessern.

Zur Verkehrsbelastung sagte Klaus Söntgerath: „Wir sind uns des Themas bewusst. Die vorhandenen Straßen können den Verkehr aufnehmen.“ Eine Umgehungsstraße sei im Mediationsverfahren nicht gewünscht worden, und die öffentlichen Straßen seien Sache der Verkehrsbehörden, darauf habe man keinen Einfluss. Weiterhin betonte er, es werde zwar Bodenaushub und Bauschutt verwertet, es handele sich aber um keine Deponie. Das Material müsse unbelastet sein. Eine Nachfrage ergab, dass das Monitoring überwiegend beim Unternehmen selbst liege. Zu Gegengutachten sehe man im Kern keinen großen Widerspruch.


Die nicht erteilten Genehmigungen durch die Gemeinde Wathlingen für die Grundstücksnutzung um die Halde herum könne den Start der Abdeckung nicht verhindern, vollendet werden könne sie allerdings ohne die Flächen nicht. „Ich hoffe, dass die Gemeinde Wathlingen die Entscheidung überprüfen wird“, sagte der Pressesprecher des LBEG Stefan Wittke. Weltweit gebe es 70 bis 80 Kalihalden – in Kanada, Russland, Belarus und Deutschland – und überwiegend würden diese begrünt, beantwortete Wittke eine entsprechende Frage. Dieses diene dem Umwelt- und Gewässerschutz. „In 10 Jahren wird das Haldenwasser so sauber sein, dass wir es in die Fuhse einleiten können“, berichtete Wittke. Mit einer abgedeckten Halde könne man einiges anstellen, z.B. Waldwirtschaft, Weinanbau, kulturelle Veranstaltungen. Photovoltaik oder einfach der Natur überlassen. „Vielleicht hat man Lust, die Begrünung mal als Chance zu sehen.“

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