"Frauen müssen sichtbarer werden und gemeinsam agieren"


CELLE. Im Namen des Vereins Frauenräume begrüßte Hannelore Fudeus die Teilnehmenden und dankte der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Afshan Ahmed, für die Unterstützung zu dieser gemeinsamen Veranstaltung. Zwei Stunden wurde intensiv erst auf dem Podium und dann im Austausch mit den BesucherInnen diskutiert zu dem Thema „Wo stehen Frauen in der Politik heute – Was haben die Wahlen 2021 gebracht“.

Die ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann leitete mit einem Impulsvortrag in das Thema ein. Die Gleichberechtigung sei im Grundgesetz verankert, doch die Wahlergebnisse zeigten, dass noch immer Nachholbedarf bestünde, z.B. seien nur 37% der Bundestagsabgeordneten weiblich. „Parität ist nicht nur ein Menschenrecht. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass paritätische Teams – in Bezug auf Geschlecht, Sexualität und Kulturen – viel bessere und effektivere Entscheidungen treffen“ betont Kirsten Lühmann. „Wir müssen Frauen mehr sichtbar machen.“

Im Anschluss an den Impulsvortrag berichteten Iris Fiss, Gerda Kohnert, Anja Schulz, Johanna Thomsen und Susanne Völkers von ihren Erfahrungen und den persönlichen Motiven, sich politisch zu engagieren, Unisono ging es allen Frauen darum, sich für die Menschen einzusetzen und ihre Umwelt für sich und ihre Familien zu gestalten. Auf der kommunalen, ehrenamtlichen Ebene sei dies nur mit viel zeitlichem Aufwand und nur mit Rückendeckung des Partners realisierbar, insbesondere wenn die Kinder klein sind.


Ein Landtags- oder Bundestagsmandat sei entgeltlich, d.h. Unterstützung in Betreuungsarbeit kann finanziert werden. Überparteilicher Konsens war, dass es leider noch zu häufig vorkomme, dass Frauen nicht nach ihrer Arbeit bewertet würden, sondern in Ermangelung anderer Argumente über ihr Aussehen geredet werde. "Warum ist das bei Frauen Thema nicht aber bei Männern?", fragten sich die TeilnehmerInnen.

Die BesucherInnen nahmen lebhaft an der Diskussion teil und ein männlicher Besucher musste feststellen, dass er sich manche Fragestellungen noch nie gestellt hatte. Das Gros der TeilnehmerInnen fühlte sich inspiriert, dieses Thema weiter im Fokus zu behalten. Alle einte die Überzeugung, dass Frauen sichtbarer werden und sich noch mehr miteinander vernetzen müssten.


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