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Europaunion Celle lädt zur Lesung mit Gespräch

CELLE. Der Journalist und Autor Jürgen Gückel liest aus seinem zweiten Buch: „Heimkehr eines Auschwitz Kommandanten - wie Fritz Hartjenstein drei Todesurteile überlebte“. Es zeichnet ein Bild der deutschen Nachkriegsgesellschaft, in der „die Naziverbrechen so intensiv beschwiegen wurden“, dass daraus eine neue Selbstgerechtigkeit erwuchs. "Im anschließenden Gespräch mit dem Autor und mit Enno Stünkel, dem Leiter der politischen Bildung an der vhs Celle, fragen wir, welchen Einfluss das Verleugnen der NS-Verbrechen auf den Prozess der Einigung Europas hatte. Wie bestimmen Erinnern und Verleugnen bis heute unser Verständnis der europäischen Realitäten? Haben wir einen Umgang mit der Geschichte gefunden, der zur europäischen Einigung beitragen kann?", so Kirsten Lühmann. Zeit: Donnerstag, 08.12.2022, 19.00 Uhr Ort: Kunst und Bühne, Nordwall 46 in 29221 Celle Fritz Hartjenstein war Kommandat mehrere Konzentrationslager und gegen Ende des Krieges auch kurz Leiter der Panzerschule in Bergen Hohne. Nachdem er als Kriegsverbrecher in Frankreich angeklagt und inhaftiert wurde, lebte seine Frau mit den Kindern bei ihrer Familie in Oldau im LK Celle. Jürgen Gückel beschreibt die „Karriere“ des SS Offiziers Hartjenstein und sein Schicksal nach Ende des 2. Weltkrieg. Mit dem beginnenden kalten Krieg und der Annäherung der europäischen Staaten - zuerst in der Montanunion - wurden die in Frankreich inhaftierten Deutschen - unter ihnen Hartjenstein - zu einem diplomatischen „Ärgernis“. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei, der Getränkeverkauf vor Ort ist geöffnet. Die Europaunion ist eine überparteiliche Bürgerinitiative zur Förderung der europäischen Einigung, der Kreisverband Celle wurde im Mai 2022 nach zwischenzeitigem Ruhen der Aktivitäten neu gegründet.

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