HOHNE. Christian Röhrs hat ein besonderes Zimmer in seinem Haus. Rundum in Regalen stehen und hängen zahlreiche Action-Spielfiguren – das Ergebnis von 15 Jahren Sammelleidenschaft. Obwohl es viele sind, behält er den Überblick: Die Zählung Anfang dieses Jahres ergab 1.720 Stück.
Im Grunde legten seine Eltern den Grundstein für dieses kuriose Hobby. Sie schenkten ihm Weihnachten 1987 seine erste He-Man-Figur. „Mit der fing alles an, andere kamen schnell dazu. Als Kind habe ich sehr viel damit gespielt“, erzählt Christian Röhrs. Von der Story her habe er sich anfangs an den Filmen orientiert – und dann eigene Ideen entwickelt.
Vor 15 Jahren fing das Sammeln richtig an
Als Teenager verlor er das Interesse. Erst Jahre später, nämlich 2009, fand er die alte Kiste mit Figuren auf dem Dachboden seiner Eltern – und nahm sie mit. In einem Regal hätten die 50 bis 60 Figuren damals noch Platz gefunden, erinnert er sich, erst im Schlafzimmer, dann im Flur. Weitere Charaktere kaufte er bei ebay oder auf Flohmärkten: „Aber auch neu waren sie damals noch vergleichsweise günstig, so um die 30 Euro pro Stück.“ Seitdem sind die Figuren im Wert immer mehr gestiegen; mittlerweile kosten originalverpackte Figuren 150 bis 250 Euro, spezielle Exemplare noch viel mehr. Gespielt wird damit heute nicht mehr: „Meinem Sohn habe ich eigene Figuren gekauft. Zum Spielen sind meine eben doch zu teuer – man wird komisch!“
„Ein bisschen wie bei Briefmarken.“
Christian Röhrs sammelt vier verschiedene Reihen: HE-Man, Ghostbusters, Teenage Mutant Hero Turtles und Wrestler. Nur die Wrestler hat er vollzählig beziehungsweise sogar doppelt: 92 Figuren – einmal originalverpackt und ein Satz ausgepackt. „Ein bisschen ist das wie bei Briefmarken; die Figuren sind umso wertvoller, je älter, seltener und besser erhalten sie sind.“ Manchmal müsse man lange nach der Figur suchen, die einem noch fehlt, sagt Christian Röhrs. „Aber am Ende scheitert´s dann meist am Preis. Ein Charakter, der mir beispielsweise in der He-Man-Reihe noch fehlt, kostet mittlerweile 1200 Euro. Da fragt man sich dann eben doch, ob das jetzt sein muss.“
Die Szene ist gut vernetzt
In den vergangenen 15 Jahren ist er viel herumgekommen und hat überall Leute und Spielzeugläden kennengelernt: in Deutschland, Österreich, England und den USA. Man kenne sich in der Szene, tausche sich aus über Facebook und WhatsApp, sagt er: „Zu zwei Sammlern in der Nähe sind richtige Freundschaften entstanden.“ Vor einigen Jahren wurde aus der Sammelleidenschaft sogar noch mehr. Christian Röhrs sah im Heidepark eine kostümierte Ghostbuster-Gruppe und bekam selbst Lust darauf, sich zu verkleiden: „Ich habe mir ein Kostüm gebastelt und einen Rucksack – und bin sozusagen selbst zur Action-Figur geworden.“ Gemeinsam mit Gleichgesinnten sei er dann aufgetreten: bei Wohltätigkeitsveranstaltungen, Comic Conventions und sogar mal bei einer Kinopremiere.
Das Sammeln geht weiter
Schätzungsweise 50.000 Euro hat Christian Röhrs im Laufe der vergangenen 15 Jahre ausgegeben, wahrscheinlich jedoch viel mehr. Und das Sammeln ist noch nicht vorbei; es gibt immer noch Figuren, die er gern haben würde. Noch wichtiger und deutlich höher sei aber der ideelle Wert, sagt er: „Sicher ist: Verkaufen würde ich nie!“