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Eichenprozessionsspinner eindämmen: Landkreis startet Projekt gegen Schädlinge

Nahaufnahme von Eichenprozessionsspinnern in der Natur.
Der Landkreis Celle hat ein Modellprojekt zur Eindämmung des Eichenprozessionsspinners gestartet. (Symbolbild: Pixabay)

CELLE. Der Landkreis Celle geht in diesem Jahr verstärkt gegen die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners (EPS) vor und hat dazu einen neuen Modellversuch gestartet. An zwei ausgewählten Straßenabschnitten im Kreisgebiet werden insgesamt 30 Nistkästen aufgehängt, in denen sich Blau- und Kohlmeisen ansiedeln sollen. Mit diesem Versuch soll untersucht werden, ob der EPS-Befall reduziert werden kann, wenn sich in der Nähe verstärkt natürliche Fressfeinde aufhalten. Dieses Vorgehen ist möglicherweise kostengünstiger als die bisherigen Absaugmaßnahmen.


Modellprojekt in Adelheidsdorf und Hohne


Die Bereiche für diesen Modellversuch befinden sich an der Hannoverschen Straße (K 84) bei Adelheidsdorf sowie an der Spechtshorner Straße (K 46) zwischen Hohne und Spechtshorn. Beim Landkreis wird das Ergebnis dieses Projekts mit Spannung erwartet. „Das Aufhängen von Nistkästen ist eine unterstützende Maßnahme, von der wir uns einen positiven Erkenntnisgewinn erhoffen“, erklärt Gerald Höhl, Erster Kreisrat des Dezernats für Wirtschaft, Bauen, Umwelt und Straßen. „Ob und in welchem Umfang sich dadurch der EPS-Befall an diesen Straßenabschnitten verringern lässt, wird der Versuch zeigen.“


Zwei Herren von der Straßenmeisterei beim montieren eines Nistkastens.
Holger Gralher (rechts) und Timo Grendel von der Kreisstraßenmeisterei bringen die Nistkästen an. (Foto: Landkreis Celle)

Raupen mit natürlichen Fressfeinden bekämpfen


Der Erfolg einer solchen Maßnahme ist möglicherweise erst in ein paar Jahren zu sehen. Das Anbringen der Nisthilfen wird laut Landkreis nicht als alleinige, sondern als unterstützende Maßnahme gesehen. Demnach fressen Meisen die EPS-Raupen meist in frühen Larvenstadien, wenn sich die gesundheitsschädlichen Brennhaare noch nicht entwickelt haben. Ein vollständiges Verschwinden des Eichenprozessionsspinners sei dadurch aber nicht zu erwarten, zumal sich eine wirksame Population von Nützlingen erfahrungsgemäß über mehrere Jahre aufbaue.


30 Nistkästen von der Lebenshilfe


Die Nistkästen werden laut Landkreis bewusst nicht direkt in befallene Eichen gehängt, damit die Brutvögel nicht in Kontakt mit den Brennhaaren kommen und Absaugarbeiten an den Nisthilfen vermieden werden können. Insgesamt sollen 30 Nistkästen, hergestellt von der Lebenshilfe und mit Gesamtkosten von 450 Euro, installiert werden. Die Montage soll mit den ohnehin anstehenden Baumpflegearbeiten in dem Bereich verbunden werden. Nach Auswertung der Ergebnisse wird die Maßnahme möglicherweise ausgeweitet.

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