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Das ist Pro Beweis und so helfen sie Betroffenen häuslicher Gewalt


Zum Weltfrauentag machen die Politikerinnen (von links) Kirsten Lühmann, Silke Kollster, Jutta Krumbach und Annette Schmahl auf die Arbeit von "Pro Beweis" aufmerksam. (Fotos: Audrey-Lynn Struck)

CELLE. "Ich bin gegen die Tür gelaufen": Schon oft hat Kirsten Lühmann diesen Satz in ihrer 27-jährigen Tätigkeit als Polizeibeamtin gehört. Er sei einer der Standardsätze von Opfern häuslicher Gewalt, die versuchen die Geschehnisse zu Hause zu verstecken. Allein 2022 wurden über 240.000 Menschen in Deutschland Opfer von Gewalt in den eigenen vier Wänden. Doch die Dunkelziffer ist wesentlich höher. Aus Angst und Scham gehen viele Betroffene nicht zur Polizei. Entscheiden sie sich viele Jahre später doch Anzeige zu erstatten, ist ein Beweis der Übergriffe schwer bis unmöglich.


Ärzte vom AKH Celle dokumentieren Übergriffe

Das Netzwerk "Pro Beweis" setzt genau an diesem Punkt an. Betroffene können sich nach einer Gewalterfahrung an erfahrene Ärzte wenden, die die Übergriffe gerichtsverwertbar dokumentieren. So auch im Allgemein Krankenhaus (AKH) Celle. All das ist kostenlos. Die Beweise werden mindestens drei Jahre lang gespeichert, falls sich Betroffene irgendwann doch dazu entschließen sollten zur Polizei zu gehen.

"Ohne Beweise wird es bei einer Anzeige unheimlich schwer, weil dann Aussage gegen Aussage steht."

"Ohne Beweise wird es bei einer Anzeige unheimlich schwer, weil dann Aussage gegen Aussage steht", weiß Silke Kollster und betont die Bedeutung des Netzwerkes. Noch immer wüssten zu wenig Niedersachsen von "Pro Beweis" und den über 40 Anlaufstellen, wo Betroffene Hilfe finden. Das wollen die vier Celler Politikerinnen Silke Kollster (CDU), Kirsten Lühmann (SPD), Jutta Krumbach (FDP) und Annette Schmahl (Grüne) am Weltfrauentag ändern. Ihre jeweilige Parteizugehörigkeit spiele bei dieser Aktion keine Rolle, betonen sie. Das Thema ginge jeden etwas an. Deshalb informierten sie am Freitag gemeinsam über "Pro Beweis" in der Celler Innenstadt.



Viele Passanten bleiben interessiert stehen, kommen mit den Cellerinnen ins Gespräch oder nehmen einen Flyer mit. Die wenigsten haben schon einmal von "Pro Beweis" gehört. Warum? "Häusliche Gewalt ist ein maximal schambesetztes Thema", versucht Jutta Krumbach zu erklären, warum so häufig geschwiegen wird. Folglich wissen viele Betroffene auch nicht, welche Möglichkeiten sie neben einer Strafanzeige bei der Polizei hätten. "Eine Frau muss so geistesgegenwärtig sein, dass sie direkt nach einer Gewalterfahrung ins Krankenhaus geht, um Beweise zu sichern. Deshalb ist es so wichtig, dass sie von Pro Beweis schon vorher weiß", sagt Annette Schmahl. Das Ziel: möglichst viele Multiplikatoren gewinnen. Je mehr Nachbarn, Freunde, Ärzte oder Rettungssanitäter das Netzwerk kennen, desto häufiger können sie Betroffene auf das Angebot von "Pro Beweis" aufmerksam machen.

 
Und so geht's

  • Innerhalb von 36 Stunden müssen die Beweise gesichert werden.

  • Eine Anlaufstelle ist das Allgemeine Krankenhaus (AKH) Celle.

  • Erfahrene und geschulte Ärzte dokumentieren dort die Spuren der häuslichen Gewalt.

  • Die Ärzte wenden sich NICHT an die Polizei. Sie unterliegen der Schweigepflicht.

  • Auf Wunsch vermitteln die Ärzte Kontakt zu Unterstützungsorganisationen.

  • Die Dokumentation und Spuren werden mindestens drei Jahre lang eingelagert.

  • Betroffene können im Falle einer Anzeige auf die gesicherten Beweise zurückgreifen.

 

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