CHTV: "Ich wünsche dir gute Worte" - Das Wort zum Montag, Folge 94


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Das Wort zum Montag, jetzt auch im Podcast auf PODCASTHEUTE.DE und allen bekannten Streaming-Plattformen. Ich wünsche Dir gute Worte

Zu Weihnachten habe ich mir selbst ein kleines Geschenk gemacht. Ich habe mir einen Sitz-Stehschreibtischstuhl gekauft – mein Rücken… naja, mein Orthopäde in Celle,hat mich beruhigt. Er sagt: Das sind altersgemäße Abnutzungserscheinungen meiner Bandscheibe kombiniert mit einer leider schmerzhaften Entzündung der Wirbelkörper … so etwas kann in meinem Alter schon einmal vorkommen. Wir bekommen das wieder hin, sagt der Doc., aber er erinnerte mit daran, dass das Wort Patient nicht ohne Grund aus dem Lateinischen kommend immer mit Geduld zu tun hat. Recht hat er, ich muss geduldig sein. Auch wenn mir das nicht leicht fällt.

Aber darauf möchte ich gar nicht hinaus, sondern auf einen anderen Gedanken. Mein Arzt hat mir verschiedene Medikamente gegeben und gemeint, ich sollte ausprobieren, was für mich am besten passt. Denn nicht jedes Medikament, obwohl sie alle gut sind und getetest, nicht jedes Medikament passt für jeden Menschen gleich. Die eine hat vielleicht einen empfindlichen Magen und der andere verträgt diese oder jene Komponente besser als ein Dritter. Das werdet ihr kennen. Der eine schwört auf Aspirin – und der andere … naja, ich will keine Schleichwerbung machen… Vielleicht ist das eine Allerweltweisheit, aber als der Doc. so ehrlich darüber sprach, dass man auch im Blick auf die Wirkung von Medizin ausprobieren sollte, was für einen wirklich richtig ist, musste ich an die Wirkung von Worten denken. Genau das trifft ja auch auf unsere Worte zu: Sie müssen für uns mit unserer eigenen Geschichte in einer bestimmten Situation die passenden sein – und wir müssen dann auch noch die offenen Ohren dafür haben. Darum ist das, was wir hier im Wort zum Montag machen, auch so schwer. Wir wissen nicht, wer zuhört und zuschaut und wie es euch gerade geht und was ihr gerade jetzt braucht. Ich kann mir vorstellen, dass für manche der Alltag schon wieder mit voller Wucht begonnen hat – darum wäre für diesen Menschen eine Erinnerung nötig, sich von der Arbeit nicht auffressen zu lassen. Noch nie hat am Ende seines Lebens ein Mensch darüber geklagt, er hätte in seinem Leben zu wenig gearbeitet. Jedenfalls habe ich das nie gehört. Aber es gibt auch Leute, vielleicht schaut gerade so ein Mensch zu, der nicht in die Puschen kommt. Dem müsste man Beine machen und sagen: Los, komm aus dem Quark und tu endlich das, was nur du tun kannst. An die Arbeit. Versteht Ihr?

Erwartet also nicht, auch nicht vom Wort zum Montag, dass Euch jedes Wort gleich trifft.

Allerdings wage ich zu behaupten, dass mein Lieblingsgebet, das ich fast jeden Tag spreche, für jeden von euch passen müsste. Es beschreibt nämlich nur das Ziel, auf das wir zuleben sollten, aber lässt offen, welcher Weg dorthin unser Weg ist. Also: Das Ziel ist unser Ziel, den Weg müssen wir selbst finden: Und dieses Gebet lautet, viele werden es kennen: „Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Gott gebe mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann – und er gebe mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ Bleibt behütet. Pastor Uwe Schmidt-Seffers




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