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Celle-Soltau-Braunschweig - "Nahverkehrsbündnis" fordert Reaktivierung von Bahnstrecken


Foto: David Oestreich



HANNOVER/CELLE. Das Nahverkehrsbündnis Niedersachsen fordert von der neuen Landesregierung die "unverzügliche Reaktivierung von Bahnstrecken in Niedersachsen", die Förderung der touristischen Bahnverkehre und den weiteren Ausbau von Bahnhöfen. Er erklärt dazu, unzensiert und unkommentiert:


Seit 1980 wurden in Niedersachsen 471 km Bahnstrecken stillgelegt. Die Eisenbahn hatte nach Ansicht vieler Menschen ausgedient, zumindest auf den Bahnstrecken in den ländlichen Räumen. Doch es gab schon in den 90er Jahren Initiativen, die diesen Trend aufzuhalten versuchten und sich für ihre Bahnstrecken einsetzten. Allmählich wurde auch deutlich, dass der zunehmende Autoverkehr auf Dauer nicht zu bewältigen ist und zu Umweltschäden führt. Der Gedanke, stillgelegte Bahnstrecken zu reaktivieren, fand immer mehr Zuspruch.


Man erkannte auch den Wert, durch touristische Bahnverkehre verschiedene Ziele auf einmal verwirklichen zu können. Unterschiedliche Träger brachten touristische Verkehre auf ihre Schienen. Diese erfreuten sich zunehmender Beliebtheit.


Neben den bekannten Argumenten für eine Reaktivierung von Bahnstrecken sind es insbesondere die Insel- und Küstenverkehre, die viele Autos an die Nordsee führen. Ebenso werden die Städte von vielen Verkehren durch Reaktivierungen von Bahnstrecken entlastet. Autofahren wird immer teurer werden, so dass ein Öffentlicher Personennahverkehr zu einem annehmbaren Preis für die notwendige Mobilität sorgen kann und muss – aber das Angebot fehlt vielerorts noch.


Wenn es nun um die Reaktivierung von Bahnstrecken geht, sollten die Bahnstrecken mit touristischen Verkehren als erste berücksichtigt werden, da hier eine Reihe von Risiken nahezu ausgeschlossen ist, weil sich der Zugverkehr auf diesen Bahnstrecken bereits wieder etabliert hat und auch durch die Gebietskörperschaften unterstütz wird. Aber auch andere Strecken mit hohem Fahrgastpotenzial, die wichtige Lücken im Netz schließen, sollten zeitnah angegangen werden.


Wir schlagen vor, folgende Bahnstrecken in den nächsten zehn Jahren zu reaktivieren:


Coevorden – Neuenhaus

Salzgitter-Lebenstedt – Salzgitter-Lichtenberg

Buchholz - Jesteburg - Maschen – Hamburg-Harburg

Aurich - Abelitz

Lüneburg - Bleckede

Winsen – Salzhausen – Hützel - Soltau

Lüneburg - Amelinghausen - Bispingen - Soltau

Stadthagen - Rinteln

Stade - Bremervörde - Osterholz Scharmbeck – (Bremen)

Zeven - Tostedt

Braunschweig - Wendeburg - Celle

Norden - Dornum - Esens

Esens - Bensersiel

Bad Bentheim – Gronau

Dannenberg-Ost - Uelzen

(Bremen) - Delmenhorst – Harpstedt

Nordenham - Blexen

Syke - Bruchhausen Vilsen - Hoya - Eystrup

Celle - Soltau

Rahden - Bassum

Bohmte – Bad Holzhausen

Dannenberg-Ost – Salzwedel

Bremerhaven – Bad Bederkesa

In der Zwischenzeit muss das Problem gelöst werden, wie die touristischen Verkehre finanziert werden. Die Fahrgäste und Gebietskörperschaften müssen bisher die Kosten weitgehend tragen und bei den Trägern laufen Defizite auf. Die Probleme werden immer größer, weil die Kosten immer mehr steigen und interessierten Fahrgästen immer weniger Geld zur Verfügung steht. Das wird die Frage entstehen lassen, wie lange die touristischen Verkehre noch existieren können. Hinzu kommt der Umstand, dass in der Nachfolge des 9-€- Tickets die Fahrgäste sich überlegen, ob sie nicht dorthin fahren sollen, wo sie nichts zusätzlich bezahlen müssen. Wir fordern deshalb, dass die touristischen Verkehre in die Nachfolge des 9-€-Tickets einbezogen und aus den Regionalisierungsmitteln finanziert werden.


Nicht vergessen werden darf dabei auch die Reaktivierung von Bahnhöfen, die vor der Bahnreform in großer Zahl stillgelegt wurden. Überall dort, wo es fahrplantechnisch möglich ist und es Fahrgastpotential gibt, sollten kurzfristig wieder Halte eingerichtet werden. Zwar gibt es bereits seit 2015 ein Landesprogramm zur Reaktivierung von Bahnhöfen, jedoch wurde von über 20 darin enthaltenen Stationen bislang erst eine einzige reaktiviert. Hier ist mehr Geschwindigkeit gefragt. Dabei müssen sowohl zusätzliche Stadtteilbahnhöfe geschaffen werden wie etwa Braunschweig West oder Osnabrück-Rosenplatz, aber auch ländliche Halte, die vom ÖPNV bislang praktisch abgekoppelte Orte wie Verliehausen oder Neermoor erschließen.

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