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Arbeitgeberverbände: "Ukraine-Flüchtlinge schnell in den Arbeitsmarkt integrieren"


Arbeitgeberverbände-Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt. Foto: Drei Quellen Mediengruppe

HANNOVER. Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine sind schätzungsweise rund 70.000 Flüchtlinge in Deutschland angekommen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR rechnet mit insgesamt 4 Millionen Ukrainern, die in West- und Mitteleuropa Schutz vor der Gewalt suchen werden. Angesichts dessen fordert Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände, die Geflüchteten so schnell wie möglich in Arbeit zu vermitteln: „Wir haben auf der einen Seite in vielen Branchen einen eklatanten Arbeitskräftemangel und auf der anderen Seite Tausende, oft gut ausgebildete Menschen, die auf absehbare Zeit nicht in ihre Heimat werden zurückkehren können. Es ist also niemandem gedient, wenn diese Menschen nun monatelang untätig in Erstaufnahmeeinrichtungen herumsitzen müssen.“ Daher sei es essenziell, dass Behörden und die lokalen Arbeitsagenturen schnell den Weg von der Ankunft in die Arbeit freimachten.


Rechtlich ist das bereits möglich, durch den §24 des deutschen Aufenthaltsgesetzes. Auf dieser Basis erhalten Geflüchtete aus der Ukraine ohne Einzelfallprüfung einen humanitären Aufenthaltstitel für ein Jahr, der auf bis zu drei Jahre verlängert werden kann. Damit einher geht die Arbeitserlaubnis. „Jetzt müssen auch die lokalen Agenturen für Arbeit tätig werden und schon in den Erstaufnahmeeinrichtungen schauen, welche Qualifikationen die Menschen mitbringen, und auf welche offenen Stellen sie im besten Fall direkt vermittelt werden können“, sagt Schmidt.


Davon könnten vor allem die Branchen profitieren, die durch die Corona-Krise viel Personal verloren haben,. „Ich denke dabei vor allem an die Gastro-, Hotellerie-, aber auch an die Veranstaltungsbranche“, sagt Schmidt. Offene Jobs in diesen Branchen hätten oft den Vorteil, dass keine umfangreiche Ausbildung nötig ist. Zudem böten viele Betriebe an der Küste, die auf Saisonkräfte angewiesen sind, ihren Mitarbeitern auch Unterkünfte an. Auf diese Weise ermögliche man den Flüchtlingen einen schnellen Start in ein neues Leben, ohne monatelanges Ausharren in Unterkünften bei kompletter Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung. „Die Ukrainer sind Europäer, viele sprechen Englisch oder auch Deutsch“, sagt Schmidt. „Die meisten haben bisher ganz klar zu verstehen gegeben, dass sie sich hier integrieren und etwas aufbauen wollen, solange sie nicht in ihre Heimat zurückkehren können. Das müssen wir jetzt nach Kräften unterstützen.“

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