Ad-hoc-Paket: 40 Millionen Euro für Katastrophenschutz in Niedersachsen


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HANNOVER. Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, hat mit Finanzminister Reinhold Hilbers, ein Ad-hoc-Paket im Umfang von 40 Mio. € für den Katastrophenschutz in Niedersachsen auf den Weg gebracht. Diese Mittel werden zusätzlich zu den knapp 18 Mio. € bereitgestellt, die regulär jährlich für den Katastrophenschutz eingeplant sind. Das teilen die beiden Ministerien heute mit.


Mit den 40 Mio. € würden notwendige Investitionen ermöglicht und beschleunigt, beispielsweise in hochleistungsfähige Notstromaggregate (Netzersatzanlagen), Spezial­fahrzeuge oder in die Erweiterung von Betreuungskapazitäten, auch zur Notunterbringung. Ferner könne in Trinkwassernotversorgung und mobile Sanitätseinrichtungen sowie moderne Kommunikationstechnologie wie Satellitentelefone investiert werden, die auch bei einem Zusammenbruch der herkömmlichen Kommunikationswege funktionsfähig sein sollen. Daneben sollen planerische und technische Maßnahmen umgesetzt werden, um Fähigkeiten, Meldewege und Abläufe des Zivil- und Katastrophenschutzes weiter an die Lage anzupassen, etwa die Reaktionsfähigkeit bei feindlichen Cyber-Angriffen auf Kritische Infrastrukturen (KRITIS) oder bei einer Mangellage bei Treib- und Brennstoffen.


Die Stärkung des Bevölkerungsschutzes für die neuen Herausforderungen durch Klimawandel, Pandemie und die veränderte Bedrohungslage sei eine mittel- und langfristige Aufgabe so das Innen- und das Finanzministerium. Das Ad-hoc-Paket ermögliche die Finanzierung kurzfristiger und mittelfristiger Maßnahmen. Das Innenministerium setzt sich zudem zum Ziel, auch langfristig weitere wichtige Investitionen im Katastrophenschutz auf den Weg zu bringen.


In Ergänzung des von Bundeskanzler Olaf Scholz angekündigten Bundeswehr-Sonder­vermögens über 100 Milliarden Euro für die militärische Verteidigung muss der Bund aus niedersächsischer Sicht auch seiner Verantwortung für die Zivile Verteidigung und den Zivilschutz stärker nachkommen. Nach der Sonder-IMK in Brüssel hatte Minister Pistorius daher bereits am 24.03.2022 einen Bund-Länder-Pakt für den Zivil- und Katastrophenschutz im Umfang von 10 Mrd. € gefordert. Mit dem ad hoc Paket für den Katastrophenschutz gehe Niedersachsen hier in Vorleistung.


Finanzminister Hilbers: „Zur Finanzierung des ad hoc Pakets zum Katastrophenschutz stellt das Finanzministerium für das laufende Jahr Haushaltsmittel aus nicht ausgeschöpften Ausgabeermächtigungen des Jahres 2021 bereit. Hiervon stehen bis zu 15 Mio. € für das ad hoc Paket zum Katastrophenschutz zur Verfügung.“


Das im Haushaltsplan 2022 mit 10 Mio. € veranschlagte Sirenenprogramm wird wie geplant fortgeführt. Nach aktuellen Erkenntnissen werde aufgrund der Marktlage die Auslieferung der Sirenen jedoch erst in den Folgejahren möglich sein. Vor diesem Hintergrund werde die Finanzierung des Sirenenprogramms in den Jahren 2023 und 2024 mittels einer Verpflichtungsermächtigung sichergestellt. In der Folge stünden die für diesen Zweck in 2022 veranschlagten 10 Mio. € ebenfalls für das Paket zum Katastrophenschutz zur Verfügung.


Darüber hinaus stellt das Finanzministerium zusätzlich 15 Mio. € in Form von Verpflichtungsermächtigungen im Rahmen von überplanmäßigen Ausgaben bereit. Hieraus seien Beschaffungen möglich, die mit längeren Lieferzeiten verbunden sind und erst in den Folgejahren kassenwirksam werden. Diese 15 Mio. € ergänzen das Paket zum Katastrophenschutz auf ein Gesamtpaket in Höhe von 40 Mio. €.


Pistorius: „Mit diesen zusätzlichen Mitteln können wir den Katastrophenschutz in Niedersachsen deutlich besser für neue Herausforderungen aufstellen. Wir erleben bewegte Zeiten, die sich nachhaltig auf unsere Gesellschaft und auch auf unser Verhältnis zur inneren und äußeren Sicherheit auswirken werden. Die äußere Verteidigung durch die Bundeswehr und die innere Sicherheit der Bevölkerung sind zwei Seiten derselben Medaille. Darum ist dieses Paket ein wichtiges und entschlossenes Zeichen der Niedersächsischen Landesregierung in einer außergewöhnlichen Zeit.“


Hilbers: „Wir sind so gut gerüstet für die Zukunft; die Verpflichtungsermächtigungen geben uns die nötige Flexibilität um punktgenaue Verbesserungen und Verstärkungen im Katastrophenschutz zu ermöglichen.“

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