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26. Jahrestag des ICE-Unglücks: "Akt der Mitmenschlichkeit" in Eschede

Gedenken an die 101 Todesopfer der Bahnkatastrophe von Eschede. (Foto: Frieling)

ESCHEDE. Bei der tragischen Katastrophe vor 26 Jahren haben sie liebe Menschen verloren, und so haben sich am Montag wieder Menschen aus ganz Deutschland in Eschede versammelt. Längst sind sie Bekannte, ja Freunde geworden, die das Gedenken an das ICE-Unglück am 3. Juni 1998 in die Rebberlaher Straße führt.

"Manche sind an den Folgen der Katastrophe zerbrochen"

"Seit vielen Jahren sehe ich hier immer viele bekannte Gesichter", begrüßte sie Heinrich Löwen vor der Wand, an der die Namen der 101 Toten des Unglücks verewigt sind. Löwen, Sprecher der von Opfer-Angehörigen gegründeten "Selbsthilfe Eschede", hat vor 26 Jahren Frau und Tochter verloren, als der ICE "Wilhelm Conrad Röntgen" auf der Fahrt von München nach Hamburg bei Eschede entgleiste und an einem Brückenpfeiler zerschellte. Wie andere Hinterbliebene und die Überlebenden musste er mit den Folgen der Katastrophe zurechtkommen - "manche sind daran zerbrochen". Und auch mit zunehmendem Alter werde die Erinnerung an den furchtbaren Verlust nicht besser, bekannte er: "Mit dem Tod von Angehörigen ist ein wichtiger Teil des Lebens weggefallen."


Heinrich Löwen, Sprecher der "Selbsthilfe Eschede", und Bahnmitarbeiterin Angelique Koch bei der Gedenkfeier. (Foto: Frieling)

Das alljährliche Wiedersehen mit Leidensgenossen gibt da Kraft. Ein Gemeinschaftsgefühl ist entstanden - über die unmittelbar Betroffenen hinaus auch mit den vielen Helfern aus Eschede und darüber hinaus, etwa mit dem damaligen Celler Kreisbrandmeister Gerd Bakeberg. Trost durch ein Gebet von Pastorin Franziska Baden gehört auch zum Ablauf des Treffens. Und so dankte Löwen den gut 50 Teilnehmern der Gedenkstunde im Hain der 101 Kirschbäume für ihren "Akt der Solidarität, der Mitmenschlichkeit".


Schwieriger Termin für den Bahnchef aus Berlin


Auch Bahnchef Richard Lutz war, wie jedes Jahr, aus Berlin nach Eschede gekommen. Ein schwieriger Termin für den Manager. "Und doch freue ich mich auch auf diesen Tag, weil man Menschen trifft, die einem über die Jahre ans Herz gewachsen sind", bekannte er. In den ersten Jahren nach dem Unfall hatte sich die Bahn lange davor gedrückt, Verantwortung zu übernehmen für das Entgleisen nach Fehlern bei der technischen Wartung der Zugwaggons. Erst Rüdiger Grube, der Amtsvorgänger von Lutz, hatte 2013 im Namen der Bahn offiziell um Entschuldigung gebeten.


Bahnchef Richard Lutz im Gespräch mit Hinterbliebenen. (Foto: Frieling)

Mit Lutz waren auch weitere DB-Mitarbeiter vor Ort. Und doch: "Viele Kollegen schaffen es bis heute nicht, hierher zu kommen", sagte Angelique Koch, im 32. Berufsjahr bei der Bahn. "Es ist für sie zu emotional. Aber ich darf Ihnen versichern: In diesem Moment sind mehr Eisenbahner in Gedanken bei uns, als sie glauben mögen." Koch, mittlerweile Zugchefin, erinnerte daran, dass unter den 101 Toten der Katastrophe von Eschede auch sieben Bahnmitarbeiter waren (von insgesamt acht Zugbegleitern). Kollegen, die man kannte, starben - und auch das Vertrauen in "ein Produkt, das wir für absolut sicher hielten". Die Bahn habe Konsequenzen aus dem Unglück von Eschede gezogen: "Das, was hier passiert ist, darf nie wieder passieren! Sicherheit geht über alles - über Pünktlichkeit, auch über Wirtschaftlichkeit."

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