ÖPNV zwischen Klimaschutzanforderungen und Einnahmeausfällen


Foto: Peter Müller/Archiv

CELLE. Der Landkreis will den ÖPNV weiter stärken. „Wir wollen in diesem Bereich weitere Angebote machen, gerade auch mit Blick auf das Thema Klimaschonung. Allerdings ist es wichtig, dass diese Angebote auch genutzt werden, denn wenn leere Busse durch den Landkreis fahren, ist es nicht nachhaltig", sagt Landrat Axel Flader.


Zum 12. Dezember ist auf den zwei Linien 600 und 800 ein einjähriger Verkehrsversuch gestartet worden, der die Bedienzeit des ÖPNVs bis nach 22 Uhr ausweitet (CELLEHEUTE berichtete). Hierdurch soll auf diesen nachfragestarken Linien untersucht werden, ob im Landkreis Celle ein Bedarf zu diesen Zeiten besteht und ob sich hieraus ein Potential zur Erweiterung dieses Angebots auf weiteren Linien im Landkreis Celle ergibt. Seit September wurde zudem ein neues Jahresticket als Abonnement, das Netzticket 3-6-5, eingeführt, das zum Preis von 360 Euro an 365 Tagen des Jahres Gültigkeit im gesamten ÖPNV-Netz der CeBus besitzt. Das Angebot richtet sich insbesondere an Schülerinnen und Schüler, sowie an Auszubildende, die so zu einem Preis von weniger als einem Euro am Tag den ÖPNV beliebig oft nutzen können.


Auf Grund der Pandemie nutzen deutlich weniger Fahrgäste das Angebot der CeBus, teilt der Landkreis weiter mit. Das habe zu erheblichen Einnahmeausfälle geführt. Um diese Einnahmeausfälle auszugleichen wurden von Seiten des Bundes und des Landes Niedersachsen sogenannte Rettungsschirme für den ÖPNV aufgespannt. Aus diesen Rettungsschirmen seien bisher rund 2,6 Millionen Euro Einnahmeausfälle der CeBus GmbH & Co. KG (CeBus) ausgeglichen worden. Bisher seien diese Zahlungen nur noch bis zum Ende des Jahres 2021 genehmigt. Da jedoch auch noch im Jahr 2022 mit Einnahmeausfällen bei den ÖPNV-Unternehmen zu rechnen sei, sollen kurzfristig Verhandlungen zwischen Bund und Ländern über die Verlängerung der Rettungsschirme für das Jahr 2022 geführt werden. Sofern diese Verhandlungen nicht in eine Verlängerung der Rettungsschirme münden würden, hätte dies für den Landkreis Celle zur Folge, dass die Einnahmeausfälle der CeBus aus kreiseigenen Mitteln ausgeglichen oder ÖPNV-Leistungen gekürzt werden müssten.


Auch das Thema Klimaschutz rückt stärker in den Fokus. In Vorbereitung auf die nächste Ausschreibung der ÖPNV-Leistungen im Landkreis Celle 2025 wird derzeit ein Gutachten ausgeschrieben, dass für den Landkreis Celle richtungsweisend sein werde. Das Gutachten wird sich mit der sogenannten Dekarbonisierung des ÖPNVs des Landkreises Celle befassen und damit die Basis für den Einstieg des Landkreises in den emissionsfreien ÖPNV darstellen. „Die Untersuchung dieser Frage, insbesondere welche Antriebstechnologie gewählt werden soll, ist aus Sicht der Verwaltung notwendig, da hiermit erhebliche Folgekosten, insbesondere im Zusammenhang mit der notwendigen Infrastruktur, verbunden sind", sagt der Landrat.

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